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Landschaftsschutz Umweltschutz

Beim Gehölzrückschnitt auf geschützten Wallhecken sind Fristen und fachliche Standards zu beachten

lkw Wittmund.Im Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 28. Februar jeden Jahres dürfen in der freien Natur und Landschaft Gehölze geschnitten oder „auf den Stock gesetzt werden“, wie es auch heißt. Im Landkreis Wittmund sind von diesen Maßnahmen auch Wallhecken umfasst, die unter dem besonderen gesetzlichen Schutz stehen. Gepflegt werden dürfen sie natürlich, darüber klärt die untere Naturschutzbehörde im Folgenden detailliert auf. Denn die Wallheckenpflege ist für den Erhalt sehr wichtig – aber sie ist sensibel zu behandeln.

Der Schutz der Wallhecken ist generell in § 22 Abs. 3 des „Niedersächsischen Ausführungsgesetzes zum Bundesnaturschutzgesetz“ (NAGBNatSchG) geregelt. Dort heißt es etwa: „Mit Bäumen oder Sträuchern bewachsene Wälle, die als Einfriedung dienen oder dienten (…) sind geschützte Landschaftsbestandteile (…). Wallhecken dürfen nicht beseitigt werden. Alle Handlungen, die das Wachstum der Bäume und Sträucher beeinträchtigen, sind verboten.“

Wallhecken gehören zu den Kulturökosystemen, sie sind vom Menschen angelegt worden und bedürfen einer Pflege. Pflegemaßnahmen sind somit alle Maßnahmen, die der Erhaltung und der dauerhaften Sicherung des Wallkörpers und seines Bewuchses dienen.

Erlaubte Pflegemaßnahmen sind: Das Abschneiden der in die Fläche hineinragenden Äste,das „auf den Stock setzen“ von Sträuchern und strauchförmigen Bäumen. Nach Möglichkeit sollten jeweils nur einzelne Wallheckenabschnitte zur gleichen Zeit bearbeitet werden. Ein „auf den Stock setzen“ darf nicht häufiger als alle 8 bis 10 Jahre erfolgen,das Auf- oder Entasten von Bäumen bis zur Höhe von 4,5 m über dem Gelände, höchstens aber bis zum Kronenansatz,das Entnehmen von einzelnen Bäumen („Einzelstammentnahme“), soweit dadurch das Nachwachsen junger Bäume und Sträucher gefördert wird,das Bepflanzen mit standortgerechten einheimischen Laubgehölzen,das Wiederaufsetzen eines bereits teilweise abgetragenen Walles.

Das Zurückschneiden und Entfernen von Bäumen und Sträuchern nimmt dabei den größten Teil der Wallheckenpflege ein. Diese Tätigkeiten dürfen nur in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 28. Februar durchgeführt werden. Nicht selten setzt daher in der zweiten Januarhälfte ein regelrechter Endspurt bei der Wallheckenpflege ein. Auch in diesem Jahr fallen auf einigen Wallhecken zu hoch oder unsachgemäß aufgeastete Bäume auf. Insbesondere bei größeren Gehölzen ist darauf zu achten, dass nicht zu hoch aufgeastet wird und stets ein sauberer Schnitt erfolgt. Wenn es zu Abbrüchen kommt, ist die Entwicklung von Schadstellen die Folge. Für manchen Baum ist dies mit einem jähen Ende verbunden. Ein sorgfältiger Rückschnitt sollte grundsätzlich bei allen Bäumen praktiziert werden, auch wenn sie nicht auf Wallhecken stehen. Teilweise werden auch zu viele Gehölze von der Wallhecke entfernt oder Sträucher in kürzeren Zeitabständen als die erlaubten 8 Jahre auf den Stock gesetzt.

Die Pflege von Wallhecken erfordert viel Fachwissen und Fingerspitzengefühl. Wer sich unsicher ist, ob sein geplanter Gehölzschnitt noch in dem erlaubten Rahmen liegt, kann sich gerne an die untere Naturschutzbehörde wenden um kompetente Beratung vor Ort zu erhalten (Telefon 04462/86-1295, -1253 oder -1273).

Weitere Informationen sind auch auf der Internetseite des Landkreises Wittmund unter der Adressehttps://www.landkreis-wittmund.de/Leben-Wohnen/Wohnen/Umwelt/Naturschutz/Wallhecken/ abrufbar.

(ü. Pm., Foto: Kreisverwaltung)

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Dornum Orte Straßen Umweltschutz

Nordens Aschenbecher to Go für eine sauberere Stadt


Der Umwelt zuliebe – Zigarettenkippen gehören ordnungsgemäß entsorgt und nicht auf die Straße.
Achtlos weggeschnippte Zigaretten verursachen einen enormen Schaden in der Umwelt. Rund 4.300 Milliarden Zigarettenkippen fallen jährlich weltweit an. Rund 80 % davon landen in der Umwelt. Bereits ein kleiner Regen genügt, um die enthaltenen Giftstoffe auszuwaschen und in das Grundwasser zu leiten.
Aus diesem Grund möchte die Stadt Norden einerseits dafür sensibilisieren, welche Auswirkungen Zigarettenkippen in unserer Umwelt anrichten, und dass sie eben nicht dort hingehören.
Andererseits möchte die Verwaltung der Stadt Norden mit dem Aschenbecher to Go eine praktische Alternative speziell für umweltbewusste Raucher*innen anbieten, auch wenn einmal kein
anderer Aschenbecher in der Nähe ist. Er ist ideal für unterwegs und passt bequem in jede Tasche.
Zeitgleich sorgen wir gemeinsam für eine saubere Stadt.
Als gutes Beispiel voran geht bereits Norddeich, an der hiesigen Strandkorbvermietung werden seit letztem Jahr kostenlose Taschenaschenbecher an die Gäste des Strandes verteilt.
Nordens Aschenbecher to Go ist ab sofort kostenfrei am Infoschalter im Rathaus erhältlich.

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Dornum Kommunalpolitik Küstenschutz Umweltschutz

Das Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer entwickelt sich weiter

Derzeitig sind die Kommunen im Bereich des Biosphärenreservates Niedersächsisches Wattenmeer zur Teilnahme an dem Projekt „Entwicklungszone“ eingeladen. Dem Ruf folgen bereits auch größere Stadtgemeinden im Küstenbereich, nur vereinzelt gibt es zögerliche Ablehnung wie gerade in der „Herrlichkeit Dornum“, wo man zunächst die weitere Entwicklung abwarten möchte. Bedauerlich aus der Sicht der Entwickler, denn ein Einbringen sichert auch wertvolle Gestaltungsspielräume. Dabei geht es auch nicht ausschließlich um den Naturschutz. Nachhaltigkeit und Zukunftssicherung sind auch hier in der Küstenregion der Schlüssel in die Zukunft.

Wir sprachen mit Jürgen Rahmel, Dezernatsleiter des Biosphärenreservats.

Telefoninterview am 18. 6. 2021

(stk, Foto: Jürgen Rahmel, Privateigentum)

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Energie Politik Umweltschutz Wirtschaft

Proteste gegen 32 Jahre alten Atom-Reaktors Lingen 2 („Emsland“)


In einer Pressemeldung vom 30. 6. 2020 wenden sich Umweltverb ände gegen Aussagen von RWE-Chef Schmitz über die Zukunft des Atomkraftwerkes Lingen:

Die Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Emsland, der Grafschaft Bentheim und dem Münsterland sowie der Bundesverband BürgerinitiativenUmweltschutz (BBU) kritisieren scharf die Aussagen von RWE-Chef Rolf-Martin Schmitz während der RWE-Hauptversammlung am vergangenen Freitag in Essen. Der RWE-Chef hatte auf Fragen des Dachverbands Kritischer AktionärInnen u. a. geantwortet, dass er eine Abschaltung des 32 Jahre alten Atom-Reaktors Lingen 2 („Emsland“) vor dem letzten gesetzlich möglichen Datum, dem 31. Dezember 2022, ablehne. Dabei machte er aus einer Kann-Bestimmung im Atomgesetz eine angebliche Verpflichtung
von RWE zum Weiterbetrieb bis Ende 2022. Damit lehnt der RWE-Chef auch eine Förderung der Energiewende durch eine frühere AKW-Stilllegung ab.

In ihren Befürchtungen bestätigt wurden die Anti-Atomkraft-Initiativendurch die Aussage von Schmitz, RWE habe bei der AKW-Revision im Mai trotz erneut entdeckter „Wanddickenschwächungen“ tatsächlich nur „4561 Prüfungen von Heizrohren“ in den vier Dampferzeugern vorgenommen. Bei insgesamt rund 16 500 Heizrohren macht dies gerade einmal einen Umfang von etwas mehr als 25% aus. Die Initiativen hatten gefordert, dass aus Sicherheitsgründen sämtliche Heizrohre überprüft werden müssten, nachdem schon in 2019 zwei Wanddickenschwächungen aufgetreten waren, die zu gravierenden Rissen und Löchern führen können.

Zudem bestätigte der RWE-Chef, dass die Probleme an den Heizrohren dieselbe Ursache hätten wie im AKW Neckarwestheim. In Lingen sei die Ausprägung aber „deutlich geringer“, Nachprüfungen für das AKW Lingen lehnte er jedoch ab. In Neckarwestheim hingegen werden vom Betreiber alle Heizrohre überprüft.

Sehr unerfreulich ist auch die Aussage von RWE-Chef Schmitz, dass bei der nächsten AKW-Revision in 2021 nochmal 52 neue Brennelemente eingesetzt werden sollen. Dadurch wird noch mehr Atommüll anfallen.

„RWE verspielt mit den jetzigen Aussagen und Ankündigungen des
Vorstandsvorsitzenden Schmitz eine weitere Chance, sich in punkto
AKW-Sicherheit und Energiewende vom alten Kurs abzusetzen. Keine frühere Stilllegung, stattdessen neue Brennelemente und eine Corona-Revision „light“ bei den sicherheitstechnisch extrem relevanten Heizrohren im Primärkreislauf – RWE stellt leider den Betriebsgewinn weiter vor die Sicherheit der Bevölkerung. Wir fordern die sofortige Stilllegung des alternden Atomkraftwerks im Emsland,“ so Alexander Vent vom Bündnis AgiEL – AtomkraftgegnerInnen im Emsland.

Alle Städte in der Region, wie z. B. Münster, müssen nur wegen des
Atomkraftwerks in Lingen und seiner Altersprobleme massenhaft
Jodtabletten für die Bevölkerung vorhalten. Der RWE-Chef bestätigte am Freitag in Essen, dass sich RWE an den Kosten dafür nicht beteiligt. Ein verantwortungsvoller Konzern würde eine solche Gefahrenlage gar nicht erst schaffen. Das Atomzeitalter geht auch für RWE und das Emsland zu Ende. Deshalb sollte RWE es nicht erst zum Störfall kommen lassen und sich jetzt von der Atomenergie verabschieden,“ ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Hinter dem Protest stehen folgende Initiativen:
·Bündnis AgiEL – AtomkraftgegnerInnen im Emsland
·Elternverein Restrisiko Emsland
·Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
·Arbeitskreis Umwelt (AKU) Schüttorf
·SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
·Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)

(ü. Pm. BBU)
Foto: Protestaktion in Lingen gegen das AKW Lingen 2 und RWE, 25.06.2020