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Kirchenasyl für Dornumer Arbeiterwohlfahrt?

"Fühlen sich einzelne Menschen und ganze Gruppen dauerhaft ausgeschlossen und einsam, gerät auch das demokratische Miteinander in Gefahr."

AWO-Bundesvorsitzende Brigitte Döcker

64 überwiegend ältere Senioren der AWO Nesse haben in Dornum keinen festen Versammlungsraum. Siegfried Freese ist ein engagierter Mann, der sich für seine Gruppe auch öffentlich äußert. Hintergrund ist die Räumung der bisherigen Bleibe in 2020, als ein Neubau der Kita auf dem Plan stand. Zu jenem Zeitpunkt hat man nach Freeses Aussagen den älteren Leuten versprochen, im Neubau eine neue Bleibe zu bieten. Doch bis heute gibt es keinen Platz für die Gruppe. Siegfried Freese fühlt sich von der Gemeinde und dem Bürgermeister im Stich gelassen. Ein zwischenzeitliches Angebot gegen Miete sich im Kirchensaal zu treffen ist wegen der Kosten nicht annehmbar.

Wir sprachen mit Siegfried Freesen:

Siegfried Freesen am 30. 11. 2020 im Gespräch mit Hans-Joachim Steinsiek.
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Pressemitteilung zur Ersthelfer-App KATRETTER:

KATRETTER in Ostfriesland

Jeder Mensch kann helfen, wenn beim Herz-Kreislauf-Stillstand jede Sekunde zählt!

Zur Verbesserung der Überlebenschancen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand führen die Landkreise Aurich, Leer und Wittmund im Bereich der Notfallrettung zum 01.01.2023 die Ersthelfer-App KATRETTER ein.

Eine Erprobung des Systems soll bereits im November und Dezember 2022 erfolgen

Wer sollte die KATRETTER-App nutzen und wie werde ich Ersthelfer?

Die App kann genutzt werden, wenn der/die Freiwillige ein Smartphone mit Android- oder iOS-System verwendet und sich im Bereich der drei Landkreise aufhält.

Zudem werden folgende Grundvoraussetzungen erwartet:

    Ersthelfende sollen über 18 Jahre alt sein und eine medizinische Qualifikation besitzen (Medizinische Fachangestellte, Rettungsdienstliche Ausbildungen,  

    Ärzte/Ärztinnen, Pflegefachfrau/-mann (ehemals Krankenschwester/-pfleger und Altenpfleger/In)

    Sie müssen sich zutrauen, lebensrettende Sofortmaßnahmen (insbesondere eine Wiederbelebung) durchzuführen.

Um als Ersthelfer über die App KATRETTER alarmiert werden zu können, müssen Sie im System registriert werden. Zur Kontaktaufnahme stehen die folgenden Ansprechpartner zur Verfügung. Wählen Sie den am ehesten für Sie Zutreffenden aus. Nach Übermittlung der erforderlichen Daten (Name, Vorname, eMail-Adresse, Handynummer) nimmt der jeweilige Ansprechpartner mit Ihnen Kontakt auf und klärt alles Nötige.

LK Aurich: katretter@landkreis-aurich.de

LK Leer: katretter@lkleer.de

LK Wittmund: katretter@lk.wittmund.de

Welche Ziele sollen mit KATRETTER erreicht werden?

Bei der Rettung von Menschen zählt oft jede Minute. Wenn freiwillige Helferinnen und Helfer in der direkten Nähe des Notfallortes alarmiert werden, können diese noch schneller am Notfallort sein als die professionellen Rettungskräfte der Notfallrettung in den ostfriesischen Landkreisen.

Durch frühzeitiges Eintreffen Ersthelfender beginnt eine Herzdruckmassage bereits in den ersten Minuten nach Bekanntwerden des Notfalls.

So können die Überlebenschancen nach einem Herzstillstand deutlich verbessert und Spätfolgen vermindert werden.

Wie wird das KATRETTER-System in der Notfallrettung eingesetzt?

In Notfällen wie dem Herz-Kreislauf-Stillstand werden zukünftig durch die Kooperative Regionalleitstelle Ostfriesland (KRLO) sofort Einsatzmittel der Notfallrettung (Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug) alarmiert. Zeitgleich wird mit Hilfe der Ersthelfer-App KATRETTER sofort nach Freiwilligen in der Nähe des Notfallortes gesucht und diese um Hilfe auf ihrem Smartphone angefragt.

Einsätze zu denen ein Ersthelfer hinzualarmiert wird können beispielsweise sein:

    Herz-Kreislauf-Stillstand

    plötzlicher Herztod

    Bewusstlosigkeit

Wie werden Ersthelfende benachrichtigt?

Über die Benachrichtigung von Helferinnen und Helfern entscheidet das KATRETTER-System anonym nach der Nähe zum Einsatzort. Sobald freiwillig Helfende die Übernahme eines Einsatzes in der KATRETTER-App bestätigt haben, werden die relevanten Informationen zum Einsatz direkt auf deren Smartphones übertragen und angezeigt. Das KATRETTER-System versucht möglichst drei Helfende zur Durchführung einer lebensrettenden Herzdruckmassage in der direkten Umgebung zu finden, damit diese sich gegenseitig unterstützen können.

Sind Ersthelfende versichert?

Ja. Ersthelfende stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Auf Nachfrage können wir weitere Informationen hierzu bereitstellen.

Mit freundlichen Grüßen

Tomke F. Albers

Kooperative Regionalleitstelle Ostfriesland AöR

-Wi.Mitnanner.För.Oostfreesland-

Tomke F. Albers

– Leiter Regionalleitstelle –

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Aurich Personen Soziales

Volksbund verleiht Medaille für Verdienste um Erinnerungskultur

Langjähriger Einsatz für Völkerverständigung ist beispielhaft

LKA/Aurich. Für ihre Verdienste um die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge sind Alwin de Buhr (Spetzerfehn) und Heinz Kleemann aus Aurich im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Auricher Kreishaus mit der Albert-Schweitzer-Medaille geehrt worden. Dabei handelt es sich um eine der höchsten Auszeichnungen, die der Volksbund zu vergeben hat.

Vor allem durch ihren langjährigen Einsatz für die Kriegsgräberstätte in Tannenhausen hätten de Buhr und Kleemann einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur im Landkreis Aurich geleistet, hob Landrat Olaf Meinen in seiner Funktion als Kreisvorsitzender des Volksbundes hervor. Und auch dessen Bezirksgeschäftsführer Marco Wingert (Oldenburg) sowie Jann-Peter Ubben als Geschäftsführer

des Kreisverbandes Aurich lobten das ehrenamtliche Engagement der beiden Geehrten als beispielhaft.

Ende 1941 war am Ortsrand von Tannenhausen ein Barackenlager für russische Kriegsgefangene errichtet worden. Bis zu 236 von Ihnen starben bis Kriegsende auf Grund schlechter Versorgung, schwerer Arbeit und durch Misshandlungen. Sie wurden auf dem sogenannten Russenfriedhof beigesetzt. Dieser Friedhof hat als Kriegsgräberstätte Bestand. Seit zehn Jahren erinnert auch eine Gedenktafel in deutscher und russischer Sprache an das Schicksal der Toten. Sie war im Rahmen eines Projektes an der Hauptschule Aurich unter der Leitung von Lehrer Alwin de Buhr in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge entstanden. Durch seine Nachforschungen habe de Buhr vielen der Opfer erst ein Gesicht gegeben, hoben Meinen und Wingert hervor. Heinz Kleemann ist seit vielen Jahrzehnten bemüht, durch die persönliche Begegnung zur Verständigung zwischen Deutschen und Russen beizutragen. Er und de Buhr wiesen nachdrücklich darauf hin, dass Sie die Ehrenmedaille stellvertretend für alle entgegennehmen, die sich gemeinsam mit Ihnen im Landkreis Aurich um das Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft bemühen.

Diese dürften nicht in Vergessenheit geraten, mahnte Volksbund-Geschäftsführer Wingert. Denn „aus der Beschäftigung mit den Ereignissen und Schicksalen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert können wir viel für unser heutiges Miteinander lernen.“ Dies sei auch Kern der Bildungsarbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der sich im Auftrag der Bundesregierung um rund 2,8 Millionen Gräber in 46 Länder kümmert. Dabei betreut der gemeinnützige Verein mehr als 800 Kriegsgräberstätten und sucht aktiv nach bislang Vermissten.

Für seine Aufgaben erhält der Volksbund zwar einen Zuschuss aus Bundesmitteln, den überwiegenden Teil der benötigten Gelder bringt er jedoch durch Spenden auf – unter anderem durch die Haus- und Straßensammlung, die jeweils im Herbst durchgeführt wird und auch in diesem Jahr wieder läuft. „Leider wird es aber immer schwieriger, Sammlerinnen und Sammler für uns zu gewinnen“, machte Wingert deutlich. Grund sei, dass viele Menschen aufgrund des wachsenden zeitlichen Abstandes kaum noch eine persönliche Verbindung zu den Gräbern der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft hätten. Darum sei die Erinnerungsarbeit, wie sie Alwin de Buhr und Gerd Kleemann leisten, umso wichtiger.

Auch der Landrat warb für eine Beteiligung an der Haus- und Straßensammlung. „In unserem Landkreis gibt es leider weiße Flecken“, stellte Meinen fest. Auch ein zeitlich begrenztes ehrenamtliches Engagement könne hier viel ausrichten, betonte Wingert. So sei es beispielsweise möglich, Radtouren mit einer Sammeltätigkeit für den Volksbund zu verbinden. „Über diese Bereitschaft würden wir uns sehr freuen“, sind sich Geschäftsführer und Landrat einig.

(ü. Pm.)

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Dornum Soziales

Dornumer Mühlenverein bleibt nicht untätig. Hilfsaktion für Unwetteropfer

Sie sind es gewohnt anzupacken, der Betrieb einer funktionsfähigen historischen Mühle fordert steten Einsatz. Natürlich bildet soviel Einsatz auch Kameradschaft und steten Austausch.Und so erfuhren die Mitglieder des Mühlenvereins durch ihren Kameraden Rother, der selbst erst seit 16 Jahren hier in Großheide wohnt und aus dem Aachener Raum stammt, von einer Geschichte einer hart vom Unwetter betroffenen Familie in Roetgen-Mulartshütte. Die älteren Herrschaften, die einen taubstummen Sohn betreuen, haben buchstäblich alles verloren. Vereinsvorsitzender Wilhelm Broeksmid überzeugte sofort alle Mitglieder mit dem Gedanken einer individuellen Hilfe. Man will Geld sammeln und der Familie zukommen lassen. Natürlich ist das nicht allein aus der Vereinskasse zu stemmen, aber der Besucherstrom zur Mühle hat saisonal begonnen und beim Erzählen über dieses Individualschicksal ist auch mancher Besucher bereit etwas beizusteuern. Besonders gut gefällt uns, dass man, immerhin sind wir eine Urlaubsregion, den behinderten Sohn mit der betreuenden Schwester, die dann die „Dolmetscherdienste“ zu leisten hat, für eine Zeit hierher einladen wird. Bei der Gelegenheit soll der Familie dann auch das hoffentlich gewachsene Geldsümmchen übergeben werden.

Natürlich darf sich auch jeder Leser an dieser Aktion beteiligen. Die Kontonummer hierzu lautet:

Verein Bockwindmühle von 1626 – Herrlichkeit Dornum

DE 43 2802 0050 8662 0465 00

(stk)

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Aurich Corona Norden Personen Soziales

Darf sich moralische Verantwortung hinter einer juristischen Bewertung zurückziehen?

Impferschleichung wurde ein Begriff, als im Rahmen der Priorisierung Personen ohne eine vorgesehenen Vorrangstellung sich und Nahestehende impfen ließen. In der Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich und Norden ergab sich eine Unregelmäßigkeit, als sich der Klinik Geschäftsführer außerplanmäßig impfen ließ. „Überschüssige Gebinde“ sollten angeblich nicht verfallen. Die moralische Frage, warum die nicht innerhalb der Impfberechtigten verimpft wurden steht und führte für zu einer über Ostfriesland hinaus beachteten Diskussion. Juristisch wurde die Geschäftsführung zwar entlastet, aber damit will die Politik sich nicht zufrieden geben. Grüne, Linke und AKSB fordern weiterhin die Ablösung, bzw. den Rücktritt des Geschäftsführers Claus Eppmann, während Landrat Olaf Meinen vorsorgend verkündet, dass „keine Köpfe rollen werden“.
Das Vertrauen in die Führungsspitze des Klinikverbundes scheint jedenfalls nachhaltig gestört und es darf mit Spannung erwartet werden, ob die Politik eine eigene moralische Bewertung jenseits der rein rechtlichen Entlastung mit Konsequenzen einfordern wird.
(stk)

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Behörden Norden Orte Soziales

Wenn der Kurort seine Gäste zur Heimreise zwingt…

Johannes Trännapp, Bürgermeister der Samtgemeinde Hage

Hage ist Luftkurort und beliebt bei Patienten mit Bronchialbeschwerden. Die nahe Nordsee und ihr Klima gibt Hage ideale Kurbedingungen, wäre nicht dort Corona und die Verwaltungsanordnung, die alle Gäste ausweist und die Gemeinde vor schier unlösbare Probleme stellt. Wir sprachen mit dem Bürgermeister Johannes Trännapp über die Auswirkungen der jetzigen Krise…

Interview aufgezeichnet am 19. 3. 2020

(stk.)