{"id":1762,"date":"2023-12-03T21:16:42","date_gmt":"2023-12-03T21:16:42","guid":{"rendered":"https:\/\/fresenspegel.de\/?p=1762"},"modified":"2023-12-23T21:45:27","modified_gmt":"2023-12-23T21:45:27","slug":"todes-container-im-wattenmeer-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fresenspegel.de\/?p=1762","title":{"rendered":"\u201eTodes Container im Wattenmeer\u201c (16)"},"content":{"rendered":"\n<p id=\"block-76365af7-92bf-48ef-aa80-0c79d20bd6b8\"><strong>Kommissar Berger \u2013 Mord in Norden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-cf2b7ee8-1d09-4547-b6c6-beec7de03b25\"><strong>von Lutz M\u00fcller<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-cdebc12c-a74f-40e6-9daf-53259614708f\"><em><strong>ein K\u00fcstenkrimi \u2013 Folge&nbsp;<\/strong><\/em>16<\/p>\n\n\n\n<p>Berger und Renate wurden auf Ihren Weg zum Hof, von den Einsatzkr\u00e4ften \u00fcberholt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHoffentlich macht das MEK nicht zu viel L\u00e4rm und verpatz uns den \u00dcberraschungszugriff!\u201c sprach Renate leise zu Konsti, der machte kein gl\u00fcckliches Gesicht. Sie n\u00e4herten sich dem Gulfhof von Hinten und parkten neben einem Einsatzwagen des MEK. Die Einsatzkr\u00e4fte, mit Sturmgewehren bewaffnet hatten das Geh\u00f6ft bereits umstellt und kommunizierten \u00fcber Kopfh\u00f6rer miteinander, sodass auch die Kommissare mith\u00f6ren konnten. \u201eKeiner greift ohne mein Befehl ein!\u201c fl\u00fcsterte Berger in sein Headset und schlich sich am Haus entlang zur Vorderseite, von wo er Einblick auf die Terrasse<\/p>\n\n\n\n<p>181<\/p>\n\n\n\n<p>hatte. Dort sah er den Vater von Maren und M\u00fcller an einem Tisch sitzend und dann Maren pl\u00f6tzlich auf die beiden M\u00e4nner winkend zugehend. \u201eVerdammt was macht Sie da ohne Deckung?\u201c Ging es Berger durch den Kopf! Er informierte sofort Renate und das Einsatzkommando h\u00f6rte mit. Dann ging leider alles sehr schnell, Hans M\u00fcller entdeckte an Marens H\u00fcfte den Halfter mit der Dienstwaffe und reagierte blitzschnell, er zog seine Waffe aus seiner Jackentasche und hielt sie Vater Poken an den Kopf. Maren zog ebenfalls Ihre Waffe und richtete sie auf M\u00fcller, ein Patt war entstanden, aber zum Nachteil von Maren.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn Sie jetzt langsam Ihre Waffe auf den Boden legen und zu mir her\u00fcber schieben, geht das Ganze gut f\u00fcr Ihren Vater aus, ansonsten stirbt Ihr Vater und vielleicht auch ich, aber das ist mir egal!\u201c In Maren stieg Wut \u00fcber Ihr unprofessionelles Handeln auf<\/p>\n\n\n\n<p>182<\/p>\n\n\n\n<p>und Angst um Ihren Vater. Da stand ein kaltbl\u00fctiger mehrfacher M\u00f6rder vor Ihr und bedrohte Ihren Vater. Geiselschutz geht vor Eigenschutz, lief der innere Film bei Maren ab, Sie konnte nur so entscheiden, Sie musste Ihre Waffe fallen lassen und sie dem Verbrecher \u00fcberlassen. Das tat Sie dann auch, ganz langsam ging Maren in die Hocke und mit ausgestreckten Armen legte Sie Ihre Dienstwaffe auf den Boden und schob sie mit dem rechten Fu\u00df her\u00fcber zu M\u00fcller. Der nahm die Waffe schnell an sich und bedrohte nun auch Maren und lie\u00df beide, Maren und Ihren Vater, flach auf dem Bauch und vor sich auf den Boden legen. Es gab nichts Entw\u00fcrdigendes als diese Situation f\u00fcr einen Kommissar im Einsatz.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Zwischenzeit hatte Berger und Renate das Geschehen beobachten k\u00f6nnen. Sie wussten nun, dass sie mit einer Geiselnahme zu rechnen hatten, wenn nicht sogar mit<\/p>\n\n\n\n<p>183<\/p>\n\n\n\n<p>zwei weiteren Toten und eine davon w\u00e4re Maren.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nichts von dem geschah, der Leiter der Einsatzkr\u00e4fte hatte\u2006 \u2006 einen guten Schusswinkel von einem seiner Scharfsch\u00fctzen gemeldet bekommen und glaubte nun eingreifen zu m\u00fcssen und er gab den finalen Schuss frei auf Hans M\u00fcller. Der Schuss fiel, traf aber, weil sich M\u00fcller gerade umdrehte, nur die linke Schulter von M\u00fcller. Der schoss reflexartig und traf Vater Popken, der sich gerade aufgerichtet hatte, in den Kopf, der fiel wie von einem Blitz getroffen zur Seite und blieb regungslos am Boden liegen. Maren schrie verzweifelt nach Ihren Vater und sprang nun auf und st\u00fcrzte sich auf M\u00fcller, der nun seinen Schmerz in der Schulter voll zu sp\u00fcren bekam. Sie versuchte Hans M\u00fcller die Waffe aus der Hand zu drehen. Dabei l\u00f6ste sich ein weiterer Schuss und traf Maren in Ihren Unterleib. Sie schrie und sackte in<\/p>\n\n\n\n<p>184<\/p>\n\n\n\n<p>sich zusammen und fiel dann nach vorne fallend auf den Boden. M\u00fcller rannte ins Haus und das MEK r\u00fcckte nun auf das Geb\u00e4ude vor, Renate und Berger erholten sich schnell von Ihrer Schock starre und liefen mit gez\u00fcckter Dienstwaffe, sichernd auf Maren und Ihren Vater auf der Terrasse zu. Berger schrie in sein ungeliebtes Handy:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHier Berger, schnell einen Rettungshubschrauber zum Gulfhof der Popkens, zwei Schwerverletzte mit Schusswunden!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Staatsanwalt schwieg lange, so lange hatte er noch nie geschwiegen. Er sa\u00df in seinem gepolsterten Ledersessel hinter seinem etwas in die Jahre gekommenen Mahagonischreibtisch. Drau\u00dfen war es bereits dunkel. Sie standen aufgereiht vor dem Staatsanwalt, wie Schulkinder. Berger, Renate und der Leiter des MEK. Sie schauten bedr\u00fcckt zu Boden. Es war eine bedr\u00fcckende Stille im Raum, alle warteten auf ein Donnerwetter.<\/p>\n\n\n\n<p>185<\/p>\n\n\n\n<p>Normalerweise h\u00e4tte Berger sich in so einer Situation anders verhalten. Er h\u00e4tte in der Offensive die beste Verteidigung gesehen. Aber er hatte gute Gr\u00fcnde sich zur\u00fcckzuhalten. Das schlechte Gewissen plagte alle drei Beamten, sie hatten sich alle falsch verhalten und das Leben von Maren und Ihrem Vater aufs Spiel gesetzt. Aber da war auch das Fehlverhalten von der Kollegin Maren, die ohne R\u00fcckendeckung die Situation herbeigef\u00fchrt hatte. Maren lag im k\u00fcnstlichen Koma auf der Intensivstation und Ihr Vater hatte gro\u00dfes Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck, er bekam nur einen Streifschuss an seiner Schl\u00e4fe ab und viel in Ummacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Er lag nun im selben Krankenhaus in Norden und fragte st\u00e4ndig nach seiner Tochter. Die Furcht der drei Beamten vor den Fragen des Staatsanwaltes, die er gleich stellen w\u00fcrde, wie konnten vier so erfahrende Beamte so versagen und so unprofessionell<\/p>\n\n\n\n<p>186<\/p>\n\n\n\n<p>Handeln? Nichts von dem geschah. Der Staatsanwalt fragte stattdessen. \u201e Was ist der Stand der Dinge? Was macht die Suche nach dem fl\u00fcchtigen Hans M\u00fcller?\u201c Berger r\u00e4usperte sich. Er knetete seine H\u00e4nde, w\u00e4hrend er berichtete. \u201eDie Fahndung ist auf ganz Deutschland und Europaweit ausgeweitet. Wir vermuten er versucht \u00fcber Skandinavien nach Russland zukommen. Die russischen Grenzbeh\u00f6rden sind informiert und es ist auch in Russland eine Landesweite Fahndung nach Hans M\u00fcller ausgeschrieben worden.\u201c Alle schauten nun auf den Staatsanwalt und warteten auf seine Reaktion. Die lies auf sich warten. Dann sprach Er Renate direkt an: \u201eWas gedenken Sie zu tun Frau Hauptkommissarin? Was passiert mit den beiden Russinnen und sind Sie bei der Auslieferung der M\u00e4nner weitergekommen?\u201c Das Gespr\u00e4ch nahm einen anderen Verlauf, aber auch keinen Besseren. Renate schluckte<\/p>\n\n\n\n<p>187<\/p>\n\n\n\n<p>und zwang sich ruhig zu bleiben und sachlich zu antworten:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir haben ohne Hans M\u00fcller, nur Indizien und keine lebende Zeugen. Wenn wir innerhalb der n\u00e4chsten 8 Stunden, dem Untersuchungsrichter, keine Beweise vorlegen k\u00f6nnen, wird er die Freilassung der Frauen anordnen.\u201c Der Staatsanwalt stand nun auf und umkreiste die drei Beamten, wie eine Beute und blieb vor Berger stehen und schaute gespannt in sein Gesicht. \u201eBerger, was machen wir nun, was ist Ihr professioneller Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise? Sind Sie sicher, dass Sie und Ihre Truppe das Geschehen noch im Griff haben? Kann ich mich auf sie Alle verlassen?\u201c Er musterte Berger und wartete auf dessen Antwort. Die kam mit fester Stimme und festen Blick auf\u2006 \u2006 die Augen seines Gegen\u00fcber gerichtet. \u201eWir haben uns unprofessionell verhalten, aber in der Sache liegen wir<\/p>\n\n\n\n<p>188<\/p>\n\n\n\n<p>Richtig! Wir wollen das nicht besch\u00f6nigen, aber wir wollen nun unsere ganze Aufmerksamkeit auf den Fall lenken. Wir brauchen die Aussagen der in Russland inhaftierten M\u00e4nner und wir sollten sie gegen die Frauen ausspielen. Wenn die russische Polizei uns ein Beweis liefern k\u00f6nnte, dass die Frauen hier in Deutschland der Kopf der Bande sind, w\u00fcrde das f\u00fcr eine Anklage reichen und wir h\u00e4tten Zeit die Beweise f\u00fcr die Morde zu erbringen. Nun sah Berger eine Chance den Staatsanwalt von einer bundesweiten Rasterfahndung zu \u00fcberzeugen. \u201eWir sollten alle \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze Videotechnisch auswerten und \u00fcberwachen. M\u00fcller muss sich im \u00f6ffentlichen Raum bewegen, das geht gar nicht anders!\u201c Der Staatsanwalt fixierte Berger und \u00fcberlegte einen langen Moment, dann kam Seine\u2006 \u2006 Zustimmung. Berger veranlasste, dass alle Krankenh\u00e4user und Arztpraxen informiert wurden, denn Hans M\u00fcller musste seine<\/p>\n\n\n\n<p>189<\/p>\n\n\n\n<p>Schusswunde von einem Arzt behandeln lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Renate besuchte Maren im Krankenhaus und kam gerade in der Intensivstation an, als die \u00c4rzte Ihr mitteilten, dass Maren soeben aus dem Koma zur\u00fcckgehholt wurde und aufgewacht ist. Ihr Gesicht ver\u00e4nderte sich schlagartig. Eben noch dr\u00fcckten der Besuch bei Maren im Krankenhaus, ihre Mimik und die gesamte K\u00f6rpersprache negative Gedanken aus und nun diese freudige Nachricht. Eine Achterbahn der Gef\u00fchle machte Renate in diesem Augenblick durch. \u201eWas hei\u00dft das f\u00fcr Maren, Herr Doktor?<\/p>\n\n\n\n<p>Renate schaute den Arzt mit flehendem Blick an. Der Arzt dr\u00fcckte Renate bei der Verabschiedung fest die H\u00e4nde und sagte: \u201eWenn Sie die n\u00e4chsten 24 Stunden stabil bleibt, hat Sie es \u00fcberstanden und kann genesen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>190<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nachricht von Marens Zustand verbreitete sich \u00fcber das gesamte Kommissariat in Aurich. Die gute Nachricht hob die angeschlagene Stimmung unter den Kollegen. Alle wollten nun diesen Hans M\u00fcller finden und verhaften, damit Marens Einsatz und dessen f\u00fcrchterlichen Folgen nicht umsonst gewesen waren. Die Jagd auf Hans M\u00fcller begann!<\/p>\n\n\n\n<p>Berger parkte seinen Dienstwagen vor dem Kommissariat in Aurich neben einen Nobelschlitten der Spitzenklasse sehr eng ein. Das Radio war noch an und die 10 Uhr Nachrichten des NDR Niedersachen liefen gerade. Er h\u00f6rte den Nachrichtensprecher nur im Hintergrund von den Ermittlungen im Fall \u201eTodescontainer \u201elaufen. <em>Es w\u00fcrde die Sonderkommission des LKA Hannover, unter der Leitung von den Hauptkommissaren Berger nur schleppend vorankommen,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>191<\/p>\n\n\n\n<p><em>die Ermittlungen w\u00fcrden noch immer nicht zu einer verwertbaren Spur f\u00fchren!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Berger sch\u00e4umte vor Wut und schaltete den Motor ab und dr\u00e4ngelte sich fluchend aus seinem Auto, ohne einen Kratzer in der T\u00fcr des teuren Wagens neben sich zu hinterlassen. Er stolperte die Treppe hoch zum Eingang des Kommissariats. Ohne zu gr\u00fc\u00dfen lief er an dem Staatsanwalt vorbei, der stutzte und rief Berger sehr forsch zu sich und fragte nach seiner Befindlichkeit? \u201eWollen Sie mir sagen, was mit Ihnen los ist?\u201c Berger hatte sich wieder unter Kontrolle und antwortete in gewohnter Berger Manier: \u201eWir sind diesem Hans M\u00fcller auf der Spur, kommen aber immer einen Schritt zu Sp\u00e4t, wir wissen aus den sozialen Netzwerken mit wem er kommuniziert und wo sie sich verabreden. Aber die Mistkerle sind schon Tod, oder untergetaucht, wie die beiden Ehem\u00e4nner der Russinnen in Moskau.<\/p>\n\n\n\n<p>192<\/p>\n\n\n\n<p>Wir kommen keinen Schritt n\u00e4her an M\u00fcller heran! Wir haben im Kofferraum von M\u00fcller die verschn\u00fcrte Leiche von Friedrich Hagen gefunden, damit haben wir Ihn wegen Mordes am Hacken, aber noch nicht wegen der anderen Schweinerein!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cWas ergab die Videoauswertung?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hans M\u00fcller sp\u00fcrte den Schuss in seiner Schulter erst, als die Kommissarin Maren sich auf Ihn st\u00fcrzte und sich die Kugel aus seiner Waffe l\u00f6ste und Maren traf. Er reagierte instinktiv, er rannte ins Haus und kletterte aus einem der hinteren Fenster und fl\u00fcchtete durch den Gem\u00fcsegarten in die Richtung eines kleinen W\u00e4ldchens. Beim Laufen um sein Leben merkte er nicht wie bei jeder Bewegung Blut aus seiner Wunde heraus schoss. Er rannte. So schnell er konnte, ohne sich umzudrehen. Er keuchte, die Lunge brannte, dass Herz ebenso. Er gelangte an einen Graben, sprang und landete auf<\/p>\n\n\n\n<p>193<\/p>\n\n\n\n<p>der abfallenden B\u00f6schung und im schleimigen Gr\u00fcn. Er sp\u00fcrte ein brennen an den H\u00e4nden und in seinem Gesicht. Brennnesseln. Er kroch auf alle Vieren weiter, es roch nach nasser Erde und die Kleidung klebte an seinem K\u00f6rper. Aber die Angst, dass alles vorbei sein w\u00fcrde, trieb Ihn weiter. Hinter sich blickend, erkannte er Blaulicht der Einsatzwagen und eine Menschenkette von Polizeibeamten die sich langsam auf Ihn zu bewegten. Er rannte und es f\u00fchlte sich f\u00fcr Ihn an, als w\u00e4re er kilometerweit gelaufen. Pl\u00f6tzlich tauchten\u2006 \u2006 gro\u00dfe eingeschwei\u00dfte Heuballen vor ihm auf und er kletterte zwischen die aufgestapelten riesigen Ballen und er versteckte sich dort, er riss einen Ballen auf und zog das duftende Heu heraus und deckte sich damit zu. Er versuchte sich zu beruhigen und einzuschlafen. Die Polizeikette wurde wegen der pl\u00f6tzlich eintretenden Dunkelheit aufgel\u00f6st und die Suche abgebrochen.<\/p>\n\n\n\n<p>194<\/p>\n\n\n\n<p>Aber die K\u00e4lte war pl\u00f6tzlich da. Er war wach und er sp\u00fcrte seine Finger und Zehen nicht mehr, die Arme und Beine schienen zu einem anderen K\u00f6rper zu geh\u00f6ren. Er lauschte in die Dunkelheit und starrte in die Richtung wo er die Polizisten Kette zuletzt gesehen hatte. Nichts als Dunkelheit und Stille! Hans M\u00fcller richtete sich auf und versuchte aus dem Labyrinth der Heuballen heraus zukommen. Er rutschte ab und knickte mit dem Fu\u00df um, ein h\u00f6llischer Schmerz schoss durch seinen K\u00f6rper und meldete sich in seinem Gehirn. Jetzt ist es aus, dachte er nun k\u00f6nnte er sich nicht mehr ohne fremde Hilfe fortbewegen. Seine Wunde blutete nicht mehr, war aber stark entz\u00fcndet. Sein Kopf f\u00fchlte sich wie ein Heizofen an, er hatte Fieber.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Videoauswertungen von den \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen der angrenzenden St\u00e4dte<\/p>\n\n\n\n<p>195<\/p>\n\n\n\n<p>ergaben keinen Befund, M\u00fcller war entweder nicht dort, oder noch nicht bis dort hingekommen, berichtete Renate dem Staatsanwalt. Auch von den Arztpraxen und Krankenh\u00e4user keine Meldung. Er schien wie vom Erdboden verschluckt. Es wurden nun Suchhunde eingesetzt und sie hatten Gl\u00fcck, sie konnten eine Spur aufnehmen, die f\u00fchrte die Beamten zu einem gro\u00dfen Haufen von Rundballen aus Heu. Blut klebte an einigen Ballen und ein Ballen war aufgerissen und diente M\u00fcller scheinbar als Versteck und Nachtlager. Es ging weiter in die Richtung Landstra\u00dfe, aber die Blutspur endete am Heuballen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hans Fischer vom Staatsschutz meldete sich pl\u00f6tzlich wieder, er trat nach der missgl\u00fcckten Aktion beim Gulfhof nicht mehr in Erscheinung. Er berichtete von einem V-Mann aus der Drogenszene, das neue Ware mit Fl\u00fcchtlingen auf dem Weg Richtung<\/p>\n\n\n\n<p>196<\/p>\n\n\n\n<p>Ostfriesland sei. Der Schmuggler Ring an der K\u00fcste war also noch intakt. Die Nachricht elektrisierte die Kommissare, sie sahen eine Chance das Frachtschiff bis zum Bestimmungsort zu \u00fcberwachen und dann die Verteilung zu observieren und die Hinterm\u00e4nner oder Frauen auffliegen zulassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Staatsanwalt rief Berger und Renate zu sich ins B\u00fcro.<\/p>\n\n\n\n<p>Er sa\u00df hinter seinem Schreibtisch, als ob er Anklage erheben wollte. Seine Mimik verriet nichts Gutes.<\/p>\n\n\n\n<p>Er r\u00e4usperte sich und wies den Kommissaren die freien St\u00fchle vor seinem Schreibtisch an. \u201eNehmen Sie Platz, sie brauchen Ihn dringend! Der Untersuchungsrichter hat keinen Haftgrund gegen die beiden Russinnen gesehen und die sofortige Freilassung veranlasst.\u201c Die nun eingetretene Stille im Raum war dr\u00fcckend. Berger polterte es sich<\/p>\n\n\n\n<p>197<\/p>\n\n\n\n<p>vom Herzen.\u201cWarum konnte er nicht noch einige Stunden damit warten? Es gibt immer noch die M\u00f6glichkeit, dass die M\u00e4nner in Moskau reden! Ein paar Stunden, ist das zu viel verlangt? es geht hier um die Aufkl\u00e4rung von Morden an 40 Fl\u00fcchtlingen und zahlreichen anderen Morden!\u201c \u201eBerger beruhigen Sie sich, wir haben eben dem Untersuchungsrichter keine ausreichenden Beweise vorlegen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Er konnte nach geltendem Gesetz nicht anders handeln, auch wenn damit vermeintliche Verbrecher gesch\u00fctzt werden.\u201c Renate schaltete sich nun in die Aussprache ein: \u201eEs k\u00f6nnte sich aber auch mit ein bisschen Gl\u00fcck, eine Chance auftun, wenn die beiden Frauen wirklich an der Spitze der Organisation stehen, dann m\u00fcssen sie jetzt handeln. Eine neue Fracht mit Fl\u00fcchtlingen und Drogen ist unterwegs<\/p>\n\n\n\n<p>198<\/p>\n\n\n\n<p>nach Norddeich und sie haben keine lebenden Organisatoren mehr vor Ort. Also m\u00fcssen sie vielleicht selber das Ganze in Ihre H\u00e4nde nehmen und dann h\u00e4tten wir sie!\u201c Nicht nur der Staatsanwalt, auch Berger waren \u00fcberrascht von Renates Schlussfolgerungen und Ihren Vorschlag, sofort die beiden Frauen rund um die Uhr zu observieren und alles f\u00fcr einen Zugriff zu organisieren. Berger hatte sich nun wieder beruhigt. Auch der Staatsanwalt schien nun einigerma\u00dfen zufrieden zu sein\u2006 \u2006 mit der Entwicklung im Fall \u201eTodescontainer\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Renate \u00fcberredete Konsti das verhinderte Kochen und gemeinschaftliche Essen, nachzuholen. Der Fisch, der \u201eKnurrhahn\u201c war noch in der Gefriertruhe, es musste nur noch vom EDEKA Markt am Marktplatz von Norden, das Gem\u00fcse frisch geholt werden. Die beiden Kommissare fuhren dann die wenigen Stra\u00dfenz\u00fcge zu Ihrem Ferienhaus<\/p>\n\n\n\n<p>199<\/p>\n\n\n\n<p>am Barenbuscher Weg. Das gemeinsame Kochen lenkte Berger immer sehr gut von seinen Problemen mit einem gerade aktuellen Fall ab. So war es auch jetzt. Das alte Backsteinhaus aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg hatten sich die Bergers m\u00fchevoll und mit viel Herzblut in Eigenarbeit ausgebaut und gem\u00fctlich mit einigen Antiquit\u00e4ten ausgestattet. Im ganzen Haus war Renates Handschrift zu erkennen. Nur die K\u00fcche war Bergers Reich und war von Ihm mit den neusten und effektivsten Ger\u00e4ten ausgestattet. Essen und trinken hatte f\u00fcr Konsti einen hohen Stellenwert im Privatleben mit Renate. Seine Neigung fiel bei Renate auf fruchtbaren Boden.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-1b767501-ddd2-4ccc-900c-79bc84043a5b\"><em><strong>die weiteren Folgen des gesamten Romans erscheinen jeweils zum Wochenende, hier und \u00fcber die Fb-Gruppe Dornumer Nachrichten.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-943b58a6-5cf7-4f74-9d39-de6844b25014\"><strong>Der Autor dieses Kriminalromans, Lutz M\u00fcller lebt in Norden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-176e190a-c55a-4f01-9903-8aacfb8a7072\"><strong><em>Abdruck und unberechtigtes Teilen sind nicht gestattet und f\u00fchren zu rechtlichen Konsequenzen. Alle Rechte beim Autor.<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommissar Berger \u2013 Mord in Norden von Lutz M\u00fcller ein K\u00fcstenkrimi \u2013 Folge&nbsp;16 Berger und Renate wurden auf Ihren Weg zum Hof, von den Einsatzkr\u00e4ften \u00fcberholt. \u201eHoffentlich macht das MEK nicht zu viel L\u00e4rm und verpatz uns den \u00dcberraschungszugriff!\u201c sprach Renate leise zu Konsti, der machte kein gl\u00fcckliches Gesicht. 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