{"id":1671,"date":"2023-09-17T20:26:14","date_gmt":"2023-09-17T20:26:14","guid":{"rendered":"https:\/\/fresenspegel.de\/?p=1671"},"modified":"2023-12-23T20:02:07","modified_gmt":"2023-12-23T20:02:07","slug":"todes-container-im-wattenmeer-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fresenspegel.de\/?p=1671","title":{"rendered":"\u201eTodes Container im Wattenmeer\u201c (13)"},"content":{"rendered":"\n<p id=\"block-5415feb5-e0a2-48b4-93ca-607b553fa74d\"><strong>Kommissar Berger \u2013 Mord in Norden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-a14cfc02-0791-4bdd-9f54-7b52da447f8b\"><strong>von Lutz M\u00fcller<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-948df044-82c3-4bd8-aff2-967e492a0b01\"><em><strong>ein K\u00fcstenkrimi \u2013 Folge\u00a0<\/strong><\/em>13<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Flucht vor den immer weiter vorr\u00fcckenden K\u00e4mpfern des \u201eIS\u201c, verloren sie ihr letztes Hab und Gut. Im Fl\u00fcchtlingslager, an der t\u00fcrkischen Grenze, angekommen hatten sie nur noch das was sie am Leibe trugen. Das Lager war \u00fcberf\u00fcllt mit immer neu ankommenden Fl\u00fcchtlingen und jeder k\u00e4mpfte um etwas Brot, oder Hirse und frischem, sauberen Wasser. Da fiel das Angebot der Schlepperbanden auf fruchtbaren Boden.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber das was sie anboten schien den jungen Frauen abenteuerlich und gef\u00e4hrlich. Was aber noch schlimmer war, es war unerschwinglich teuer. 5000\u20ac pro Person sollten sie aufbringen, oder Schmuck im Gegenwert. Beides hatten die Frauen nicht anzubieten. Da blieb ihnen zum Schluss nur noch sich selbst anzubieten, als Arbeitssklave oder als Prostituierte. Alles schien ihnen besser als im Lager zu bleiben und zu verrecken. Keiner der Fl\u00fcchtlinge im Lager hatte<\/p>\n\n\n\n<p>142<\/p>\n\n\n\n<p>eine Perspektive. Sie glaubten den Schleppern, dass sie in Deutschland eine h\u00e4tten. Die Frauen erz\u00e4hlten von der f\u00fcrchterlichen Unterbringung in einem Schiffscontainer, in dem sie mit weiteren 18 M\u00e4nner, Frauen und Kinder eingepfercht waren. Der Container stand auf einem alten Frachter, sie mussten sich den Raum mit Maschinenteile teilen die als Fracht mitgenommen wurde. W\u00e4hrend der Fahrt auf offener See durften sie zweimal am Tag an die frische Luft und ihre Notdurft verrichten. Es gab Wasser und trocknendes Brot und etwas Obst. Wir hatten alle Hunger, aber der Kapit\u00e4n r\u00fcckte nichts zus\u00e4tzlich heraus, er lie\u00df immer nur die gleiche Ration austeilen. Wir wussten nicht mehr wie lange sie unterwegs waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erz\u00e4hlung kam ins stocken, den Frauen standen die Tr\u00e4nen in den Augen sie schluchzten und hielten sich krampfhaft die H\u00e4nde. Renate machte eine Pause<\/p>\n\n\n\n<p>143<\/p>\n\n\n\n<p>und verlie\u00df das B\u00fcro um selbst nach Luft zu schnappen. Sie hatte bisher nur aus dem Fernsehen Informationen \u00fcber die Fl\u00fcchtlings Katastrophe bekommen, nun war sie damit pers\u00f6nlich konfrontiert worden. Diese Frauen taten ihr sehr leid, aber sie ben\u00f6tigte dringend Namen und Orte von den Befragten. Nun kam auch Maren als Unterst\u00fctzung dazu, die Fl\u00fcchtlingsfrauen hatten sich wieder beruhigt und die Befragung ging weiter: \u201e Als wir endlich in einem Hafen anlegten, mussten wir uns ganz still verhalten und auf die Nacht warten, vorher wurden die Maschinenteile ausgeladen. Dann konnten wir den Container und den Frachter verlassen. Noch auf dem Kai wurden wir getrennt, die Frauen mussten in einen separaten Kleintransporter einsteigen. Wir fuhren viele Kilometer weit ins Landesinnere zu einem Haus an einer Landstra\u00dfe, dort hing eine rote Laterne \u00fcber der Eingangst\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>144<\/p>\n\n\n\n<p>Da war uns klar, wie unsere Zukunft in Deutschland aussehen w\u00fcrde!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Friedrich hatte lange \u00fcberlegt, wie viel Geld er fordern sollte. Dann stand die Summe f\u00fcr ihn fest, er wollte 1 Million \u20ac von seinen Mittelsmann, f\u00fcr alle Unterlagen und Passw\u00f6rter der Konten und das er \u00fcber alles Schweigen w\u00fcrde und dann f\u00fcr immer in ein unbekanntes Land ausreisen w\u00fcrde. Er forderte au\u00dferdem, dass ihm die Chefs pers\u00f6nlich das Geld aush\u00e4ndigen und die Garantie aussprechen sollten. Nur denen w\u00fcrde er glauben. Der \u00dcbergabe Ort sollte die F\u00e4hre nach Norderney sein, mit der letzten F\u00e4hre von dort nach Norddeich, die war dann immer besonders mit Tagestouristen gef\u00fcllt. Die Kommissare hatten die F\u00e4hre vorgeschlagen, so konnten sie das Geschehen beim ein und aussteigen gut kontrollieren. Auf der F\u00e4hre konnten \u00dcberwachungskameras installiert werden und Zivilfahnder<\/p>\n\n\n\n<p>145<\/p>\n\n\n\n<p>sich gut unter die Touristen mischen. Eine scheinbar sichere Sache, versicherten die Kommissare dem Notar. Nur spielte die andere Seite auch wirklich so mit, wie Berger das geplant hatte? Einen Tag sp\u00e4ter war eine SMS auf dem Handy von Friedrich eingetroffen: \u201e <em>Wir sind damit einverstanden, wollen aber Garantien, dass es die Originalunterlagen sind und es keine Kopien gibt! Sie kommen alleine, wir \u00fcberwachen das! Wir begleiten sie zum Flughafen von Norddeich und fliegen mit ihnen nach Hannover, dort steigen sie in ein Linienflugzeug nach Brasilien. Dort ist bei der National Bank ein Konto f\u00fcr sie eingerichtet, dort liegen ihre 1 Million \u20ac f\u00fcr sie bereit!\u2006 \u2006 ENDE\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kommissare bereiteten die \u00dcbergabe vor, die F\u00e4hre wurde mit Kameras \u00fcberwacht und zehn Beamte in Zivil verteilten sich auf dem Schiff und blieben in der N\u00e4he von Friedrich. Der Notar war kabellos mit einem sehr kleinen Mikrophon in seinen<\/p>\n\n\n\n<p>146<\/p>\n\n\n\n<p>Kopfhaaren verbunden. Kameras und Richtmikrophone waren am Hafen von Norddeich installiert. Auf dem Flughafen von Hannover sollte dann die Gruppe verhaftet werden. Das von den Verbrechern gecharterte Kleinflugzeug hatte noch andere Flugg\u00e4ste an Bord, so konnten die Kommissare nicht gleich in Norddeich zugreifen. Sie konnten die anderen Flugg\u00e4ste nicht informieren, falls Komplizen an Bord waren, oder sie nicht einsteigen lassen ohne, dass die Verbrecher argw\u00f6hnisch w\u00fcrden. So lief die Aktion nicht ganz im Sinne der Kommissare, Friedrich wurde aber davon nicht unterrichtet, er durfte nicht verunsichert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden Fl\u00fcchtlingsfrauen versuchten sich an die Situation nach dem umsteigen in den bereitgestellten Kombi zu erinnern. Der Fahrer des Wagens war ein\u2006 \u2006 Kurde, sein Name war Ali, jedenfalls wurde er so von<\/p>\n\n\n\n<p>147<\/p>\n\n\n\n<p>den anderen M\u00e4nnern gerufen. Der Chef aus Hannover kam einmal im Monat um abzukassieren, das hatten die beiden Frauen in einem Gespr\u00e4ch aufgeschnappt. Er war Deutscher und hie\u00df Hans, ein aalglatter Typ, immer fein geschniegelt mit schickem Anzug, nat\u00fcrlich ma\u00dfgefertigt. In seinen Schuhen konnte man sich spiegeln, sie hatten erlebt wie er einer Frau ins Gesicht geschlagen hatte, weil sie auf seinen linken Schuh getreten war. Er zog sie an ihren Haaren und sie musste im knien seine Schuhe blank putzen. Aber sie belauschten einmal ein Telefongespr\u00e4ch, da sprach er sehr unterw\u00fcrfig mit einer Frau, als ob diese ihm etwas anzuordnen hatte. Die Vernehmung fand ihr Ende, als Renate von der Entscheidung erfuhr, dass sich der Chef von Friedrich gemeldet h\u00e4tte und seine Forderungen gestellt hatte. Renate gingen die Gedanken durcheinander, die Beschreibung der Frauen von dem deutschen Chef und die Begegnung auf dem<\/p>\n\n\n\n<p>148<\/p>\n\n\n\n<p>Popken Hof bei Maren, mit diesem Hans M\u00fcller, waren bemerkenswert \u00e4hnlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frau mit der, er so unterw\u00fcrfig am Telefon sprach k\u00f6nnte einer der zwei Russinnen vom Golfplatz gewesen sein? Viele Vermutungen die Renate so im Kopf passieren lie\u00dfen, aber noch immer nur unbewiesene Vermutungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Friedrich bestieg die F\u00e4hre nach Norderney um 15 Uhr im Hafen von Norddeich. Die \u00dcberfahrt war einigerma\u00dfen f\u00fcr Friedrich ertr\u00e4glich, der Wind wehte ordentlich und die F\u00e4hre bekam den Wind von Vorne ab. Als sie sich aus der Fahrrinne heraus zwischen Juist und Norderney befand und sich dann in Richtung Norderney Hafen drehte, bekam sie die Wellen von der Seeseite kommend direkt an die Seite der F\u00e4hre und sie schaukelte dabei ordentlich. Er freute sich, den Anlegesteg von Norderney zu sehen. 45 Minuten war er unterwegs und es<\/p>\n\n\n\n<p>149<\/p>\n\n\n\n<p>lagen noch lange 2 Stunden auf der Insel vor Ihm. 15 Minuten vor 18 Uhr musste er die letzte F\u00e4hre nach Norddeich betreten. Wie konnte sich Friedrich die Zeit auf der Insel vertreiben? Er fuhr mit dem dortigen Inselbus zur \u201eWei\u00dfen D\u00fcne\u201c, sie ist nicht nur der endlos sch\u00f6ne wei\u00dfe\u2006 \u2006 Strand und die D\u00fcnen, sondern ein Strandrestaurant tr\u00e4gt gleichen Namen. Ein Touristenparadies, aber f\u00fcr Friedrich und seinen Personenschutz ein sehr un\u00fcbersichtlicher Ort und damit gef\u00e4hrlich f\u00fcr Friedrich.<\/p>\n\n\n\n<p>Renate blieb in Norddeich und koordinierte dort die Einsatzkr\u00e4fte, sie hielt st\u00e4ndig Kontakt mit Berger auf der Insel Norderney. Maren rief ihren Vater in der Krummh\u00f6rn an und erkundigte sich nach ihren \u00dcbernachtungsgast. \u201eMoin Papa, ist unser Gast in seinem Zimmer, oder auf dem Hof?\u201cEs dauerte eine Weile bis sie die raue Stimme ihres Vaters\u2006 \u2006 vernahm: \u201eDer ist schon mit<\/p>\n\n\n\n<p>150<\/p>\n\n\n\n<p>der ersten F\u00e4hre nach Norderney gefahren, zumindest hat er das heute Fr\u00fch beim Fr\u00fchst\u00fcck mir gesagt. Ist mit dem irgendetwas nicht in Ordnung?\u201c \u201eNein mach dir keine Sorgen Papa, wir haben das schon im Griff! Wir verfolgen eine Spur, die uns zu diesem Hans M\u00fcller gef\u00fchrt hat, oder wir sind auf dem falschen Dampfer unterwegs. Also alles gut, mach dir keine Sorgen, aber informiere mich bitte wenn der wieder bei uns auf dem Hof aufkreuzt! Ich hab Dich lieb, Tsch\u00fcss!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-1b767501-ddd2-4ccc-900c-79bc84043a5b\"><em><strong>die weiteren Folgen des gesamten Romans erscheinen jeweils zum Wochenende, hier und \u00fcber die Fb-Gruppe Dornumer Nachrichten.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-943b58a6-5cf7-4f74-9d39-de6844b25014\"><strong>Der Autor dieses Kriminalromans, Lutz M\u00fcller lebt in Norden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-176e190a-c55a-4f01-9903-8aacfb8a7072\"><strong><em>Abdruck und unberechtigtes Teilen sind nicht gestattet und f\u00fchren zu rechtlichen Konsequenzen. Alle Rechte beim Autor.<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommissar Berger \u2013 Mord in Norden von Lutz M\u00fcller ein K\u00fcstenkrimi \u2013 Folge\u00a013 Auf der Flucht vor den immer weiter vorr\u00fcckenden K\u00e4mpfern des \u201eIS\u201c, verloren sie ihr letztes Hab und Gut. Im Fl\u00fcchtlingslager, an der t\u00fcrkischen Grenze, angekommen hatten sie nur noch das was sie am Leibe trugen. 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