{"id":1626,"date":"2023-07-30T20:08:52","date_gmt":"2023-07-30T20:08:52","guid":{"rendered":"https:\/\/fresenspegel.de\/?p=1626"},"modified":"2023-12-23T20:02:08","modified_gmt":"2023-12-23T20:02:08","slug":"todes-container-im-wattenmeer-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fresenspegel.de\/?p=1626","title":{"rendered":"\u201eTodes Container im Wattenmeer\u201c (9)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\" id=\"block-027c5335-dec8-4428-8823-06763ad3bb08\"><strong>Kommissar Berger &#8211; Mord in Norden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" id=\"block-4dcd4a5f-bb17-4742-9086-e7ffda485032\"><strong>von Lutz M\u00fcller<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" id=\"block-d8c26092-537d-45fa-83e1-7b4bd5d65612\"><em><strong>ein K\u00fcstenkrimi &#8211; Folge <\/strong><\/em>9<\/p>\n\n\n\n<p>Aber an seinem rechten Handgelenk trug er ein Freundschaftsband, f\u00fcr Maren passte das nicht zur gesamten Erscheinung des Beamten. Berger und Renate setzten sich neben Maren, gegen\u00fcber von dem Beamten aus Hannover.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kollegen warteten gespannt auf die Ausf\u00fchrungen ihres Gespr\u00e4chspartners. Der kam dann auch sehr schnell zur Sache: \u201eSie fischen mit gro\u00dfem Ger\u00e4t in unserem Teich und r\u00fchren dabei die ganze Schei\u00dfe so richtig auf!\u201c Renate konterte sofort: \u201eNun machen sie mal Halblang! K\u00f6nnen sie auch ein ganz normales Gespr\u00e4ch f\u00fchren? Sie haben es hier nicht mit dummen kleinen Kindern zu tun!\u201cDer Beamte r\u00fcckte sich auf seinem Stuhl zurecht und versuchte dadurch gr\u00f6\u00dfer zu wirken. \u201e Sie sind ungewollt dabei einen lange vorbereiteten Einsatz meiner Beh\u00f6rde zu sabotieren, wir verfolgen die Aktivit\u00e4ten eines Netzwerkes der Terrororganisation<\/p>\n\n\n\n<p>99<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIS\u201c in Europa und in Deutschland. Wir haben einen V-Mann in die Organisation eingeschleust, hier in Norden. Es handelt sich um die Finanzierung des \u201eIS\u201c durch Menschenhandel von Fl\u00fcchtlingen\u2006 \u2006 und damit verbundener Prostitution. Drogenhandel und Schwarzgeldw\u00e4sche stehen ebenfalls auf dem Programm der Bande. Ist das normal genug, als erste Information?\u201c Es herrschte erst einmal Ruhe im Raum und eine gewisse Betretenheit der Kommissare.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vor 4 Jahren in Hannover!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Friedrich Hagen hatte eine kleine Kanzlei, in Hannover Linden, von seinem Vater \u00fcbernommen. Linden ist ein Arbeiterstadtteil mit einem gro\u00dfen Anteil von Zuwanderern aus aller Herren L\u00e4nder. Seit 2015 sind dort sehr viele Fl\u00fcchtlinge aus Syrien und dem Nahen Osten untergebracht worden. Die Kanzlei lief mehr schlecht als recht und Friedrich hatte st\u00e4ndig Geldprobleme, er war zu allem<\/p>\n\n\n\n<p>100<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberdruss auch noch Spiels\u00fcchtig und hatte gro\u00dfe Spielschulden angeh\u00e4uft. Diese Spielschulden wurden ohne sein Wissen von einem ihm unbekannten Mann aufgekauft. Friedrich lebte alleine in seiner 2\u2006 \u2006 Zimmerwohnung \u00fcber seiner Kanzlei. Freunde hatte er keine, schon in seiner Schulzeit wollte keiner seiner Klassenkameraden etwas mit ihm zu tun haben. Er blieb ein Au\u00dfenseiter, mit guten Noten, aber ohne Freunde. Seine Au\u00dfenseiter Rolle blieb ihm auch w\u00e4hrend seines Studiums treu, so studierte er Jura und wurde Anwalt in der Kanzlei seines Vaters. Geld war da immer knapp, denn die Unterschicht in Linden hatte kein Geld f\u00fcr Prozesse und hohe Anwaltskosten. Aber die Hagens blieben ehrlich und setzten sich f\u00fcr ihre Mandanten voll und ganz ein.<\/p>\n\n\n\n<p>101<\/p>\n\n\n\n<p>Als sein Vater verstarb \u00fcbernahm er die Kanzlei und die Wohnung dar\u00fcber und arbeitete alleine.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages kam ein Mandant zu ihm in die Kanzlei und bot ihm seine Hilfe an. Er k\u00f6nne sich um seine Spielschulden k\u00fcmmern und auch sonst einiges f\u00fcr sein\u2006 \u2006 Wohlbefinden tun. Friedrich hatte bis zu diesem Zeitpunkt eine saubere Weste, nichts unkorrektes, oder ungesetzliches hatte er zu verantworten. Nun gab es ein unsittliches Angebot! Er sollte eine Mandantschaft \u00fcbernehmen, von einem Kartell aus dem Ausland. Als Gegenleistung bekam er die Schuldscheine von seinen Spielschulden zur\u00fcck. Ein gutes Honorar wurde ihm zus\u00e4tzlich angeboten, bei entsprechender Bew\u00e4hrung sogar eine Teilhaberschaft an einem lukrativen Gesch\u00e4ft. F\u00fcr Friedrich schien es wie ein Sechser im Lotto zu sein. Seine anf\u00e4nglichen Skrupel waren schnell verdr\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<p>102<\/p>\n\n\n\n<p>Ihm wurde ein Mittelsmann mit dem Decknamen Ralf vorgestellt, der informierte Friedrich und f\u00fchrte ihn in die Gesch\u00e4fte der Organisation ein. Das Kartell war in den besetzten Gebieten in Syrien ans\u00e4ssig und wurde von hochrangigen IS K\u00e4mpfern gef\u00fchrt. Es ging darum ein Netzwerk in Europa und auch in Deutschland aufzubauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sollten mehrere Erfolgsstrategien angewandt werden, um\u2006 \u2006 den Nutzen zu mehren. Geld f\u00fcr Waffen organisieren und Schwarzgeld reinwaschen. Und mit dem reingewaschenen Geld H\u00e4user kaufen um Fl\u00fcchtlinge unterzubringen und maximal auszubeuten. Sie dann f\u00fcr den Terror zu rekrutieren, um Anschl\u00e4ge in Deutschland durchzuf\u00fchren, alles f\u00fcr den \u201eIS\u201c den sogenannten Islamischen Staat. Friedrich hatte komplett sein Gehirn und sein Gewissen ausgeschaltet als er dem Deal zustimmte. Er bekam seine Schuldscheine zur\u00fcck und er wurde gut<\/p>\n\n\n\n<p>103<\/p>\n\n\n\n<p>bezahlt, die Terroristen hielten sich an die getroffene Abmachung. Nun musste Friedrich liefern! Friedrich Hagen lieferte!<\/p>\n\n\n\n<p>Er zog ein Jahr sp\u00e4ter nach Norden und \u00fcbernahm dort die Kanzlei eines Notars und dann begann er seine Arbeit f\u00fcr das Kartell der Syrer. Er \u00fcbernahm die Abwicklung der Maschinenfracht vom Frachter in Norddeich und sorgte daf\u00fcr, dass seine Handlanger, die beiden schr\u00e4gen Gestallten vom Markt, in der Nacht daf\u00fcr sorgten, dass die Fl\u00fcchtlinge vom Frachter geholt wurden. Sie wurden\u2006 \u2006 dann nach Norden, in ein sicheres Haus, untergebracht. Von dort wurden einige Frauen zur Abarbeitung ihrer Schulden auf die Bordelle in ganz Ostfriesland verteilt. Die M\u00e4nner mit der Drogenfracht im Darm, bekamen Abf\u00fchrmittel und sie mussten im Beisein der Ganoven auf einen Nachttopf ihre Notdurft verrichten. Die Drogen transportierte Friedrich in seinem Auto nach<\/p>\n\n\n\n<p>104<\/p>\n\n\n\n<p>Greetsiel und lieferte sie in einer Fischgenossenschaft, bei seinem Mittelsmann, ab. Das Geld aus dem Drogenverkauf und die anderen Eink\u00fcnfte legte Friedrich auf seinen Konten in der Schweiz und in Lichtenstein, f\u00fcr das Kartell, an.<\/p>\n\n\n\n<p>Hans Fischer vom Staatsschutz berichtete den Kommissaren von ihren bisherigen Erkenntnissen. Jetzt hatte er von der Festnahme des Notars erfahren und das nach den fl\u00fcchtigen Entf\u00fchrern gefahndet wird. Beides durchkreuzte ihre eigenen eingeleiteten Ma\u00dfnahmen, denn der Notar Friedrich Hagen war der Informant des Staatsschutzes. Er war, vielleicht durch die Aktivit\u00e4ten der Kommissare, aufgeflogen und sollte nun ausgeschaltet werden. Jegliche weitere Aktivit\u00e4ten mussten ab sofort mit Hans Fischer koordiniert werden. Der Status der Ermittlungen und der Plan der Kommissare wurden nun mit Hans Fischer besprochen und<\/p>\n\n\n\n<p>105<\/p>\n\n\n\n<p>organisiert. Das ganze bekam nun eine andere, h\u00f6here Ermittlungsdimension. Also alles f\u00fcr die Katz, res\u00fcmierte Renate: \u201e Die Befreiung des Notars und seine Vernehmung und sein Gest\u00e4ndnis mit der Bereitschaft als Lockvogel f\u00fcr uns zu arbeiten? Wie wollen wir denn da wieder vern\u00fcnftig herauskommen Herr Kollege Fischer?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<strong>Konstantin Berger<\/strong>\u201c stand ganz gro\u00df auf einem gro\u00dfen braunem Kuvert. Es lag auf dem Schreibtisch von Renate und wurde zuerst von Renate entdeckt, in die Hand genommen, hin und her gewogen und dann Konsti r\u00fcber auf seine Schreibtischseite geschoben. Der schaute nur kurz auf und brummte ein unverst\u00e4ndliches Danke, in Richtung seiner Frau, lies aber den Briefumschlag unbeachtet liegen. Berger bekam \u00f6fters interne Post und die meisten Schreiben erledigten sich von selber, sie mussten nur lange genug liegen gelassen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>106<\/p>\n\n\n\n<p>Aber dieses Kuvert war gef\u00fcllt, Berger konnte die Konturen vom Inhalt erahnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es musste etwas sperriges sein, vielleicht von der KTU? Gr\u00fcbelte Berger und nahm es in die Hand und f\u00fchrte den Brief unter seine Nase und schn\u00fcffelte regelrecht daran. Geruchlos res\u00fcmierte Konsti und \u00f6ffnete mit brachialer Gewalt den Brief. Er sch\u00fcttete den Inhalt auf seine Schreibtischplatte, dabei fiel eine Videokassette heraus. Renate hatte den Vorgang mit einem gespannten Gesichtsausdruck beobachtet und gab nun ihren Kommentar zu dem Vorgang ab: \u201eWar wohl keine Bombe! Das w\u00e4re uns auch schlecht bekommen, so nahe wir hier beieinander sitzen. Denkst du manchmal nach bevor du so einen anonymen Brief \u00f6ffnest?\u201cBerger wurde rot vor Scham, oder \u00c4rger, oder beides. Er zog die Einweghandschuhe \u00fcber und betrachtete, die Kassette, drehend, von allen Seiten. Renate schaute mit Unverst\u00e4ndnis<\/p>\n\n\n\n<p>107<\/p>\n\n\n\n<p>Konsti zu. \u201eJetzt brauchst du auch nicht mehr so zu tun, als ob du besondere Vorsicht walten lassen w\u00fcrdest!\u201c Berger grinste \u00fcber sein ganzes Gesicht, wie ein Penn\u00e4ler der einen Lehrer reingelegt hatte. Er legte die Videokassette in den Rekorder ein und Maren kam dazu, sie wollten gemeinsam den Inhalt ansehen. Es handelte sich um ein \u00dcberwachungsvideo vom Norddeicher Hafen. Was sie da sahen war ihnen durch Friedrich bereits bekannt, aber nun sahen sie wie in der Nacht ein schwarzer Mercedes Kastenwagen am Kai anhielt und zwei M\u00e4nner stiegen aus dem Auto aus. Dann kam ein weiterer Kombi mit Auricher Kennzeichen und dort stieg nur ein Mann aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zwei Kerle kannten sie bereits aus der Fahndung, die immer noch erfolglos lief. Der andere Mann aber war ihnen nicht bekannt und auch Hans Fischer hatte ihn noch nicht gesehen. Aber nun hatten sie ein<\/p>\n\n\n\n<p>108<\/p>\n\n\n\n<p>deutliches Bild von Ihm und so konnten sie es mit ihren Fotos aus dem Computer abgleichen. Aus dem Frachter stiegen so etwa 20 Fl\u00fcchtlinge und wollten sofort in den bereitstehenden Kastenwagen steigen, da sortierte der unbekannte Mann die Frauen aus und verfrachtete sie in seinem Kombi. Sie wurden wahrscheinlich sofort auf die Bordelle aufgeteilt. Maren fragte: \u201eWer schickt uns dieses Video und was hat er mit der ganzen Sache zu tun? Warum haben wir das \u00dcberwachungsvideo nicht bekommen und gibt es noch andere Aufnahmen?\u201c Berger \u00fcberlegte laut: \u201eWas hilft uns dieses Video? Ich vermute es soll uns auf eine falsche Spur lenken! Wir sollen uns mit Tatsachen besch\u00e4ftigen die wir eigentlich schon kennen und dabei das Wesentlich \u00fcbersehen!\u201c \u201eAber was ist das Wesentliche, Konsti?\u201c Fragte Renate und suchte dabei in ihren Aufzeigungen. Hans Fischer war ebenfalls zu der Filmvorf\u00fchrung dazu gesto\u00dfen und<\/p>\n\n\n\n<p>109<\/p>\n\n\n\n<p>berichtete von einem Leichenfund im Moor bei Aurich.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>die weiteren Folgen des gesamten Romans erscheinen jeweils zum Wochenende, hier und \u00fcber die Fb-Gruppe Dornumer Nachrichten.<\/strong><\/em> <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Der Autor dieses Kriminalromans, Lutz M\u00fcller lebt in Norden. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong><em>Abdruck und unberechtigtes Teilen sind nicht gestattet und  f\u00fchren zu rechtlichen Konsequenzen. Alle Rechte beim Autor. <\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommissar Berger &#8211; Mord in Norden von Lutz M\u00fcller ein K\u00fcstenkrimi &#8211; Folge 9 Aber an seinem rechten Handgelenk trug er ein Freundschaftsband, f\u00fcr Maren passte das nicht zur gesamten Erscheinung des Beamten. Berger und Renate setzten sich neben Maren, gegen\u00fcber von dem Beamten aus Hannover. Die Kollegen warteten gespannt auf die Ausf\u00fchrungen ihres Gespr\u00e4chspartners. 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