{"id":1532,"date":"2023-07-01T21:47:02","date_gmt":"2023-07-01T21:47:02","guid":{"rendered":"https:\/\/fresenspegel.de\/?p=1532"},"modified":"2023-12-03T21:06:29","modified_gmt":"2023-12-03T21:06:29","slug":"todes-container-im-wattenmeer-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fresenspegel.de\/?p=1532","title":{"rendered":"\u201eTodes Container im Wattenmeer\u201c (6)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\" id=\"block-4a36c6d5-c9b6-45a5-9e48-8d8b87c151bf\"><strong>Kommissar Berger &#8211; Mord in Norden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" id=\"block-ab9047b8-526b-47e4-a672-0ff5e3c99c23\"><strong>von Lutz M\u00fcller<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" id=\"block-ae484203-125f-4963-bf72-a02f5bff05ea\"><em><strong>ein K\u00fcstenkrimi &#8211; Folge <\/strong><\/em>6<\/p>\n\n\n\n<p>Er \u00fcberlegte fieberhaft, warum gingen diese Kerle so ein Risiko ein und verfrachteten ihn hier zum Verteilerplatz der Drogen? Hatte er doch noch eine Chance am Leben zu bleiben und sie wollten ihn nur einsch\u00fcchtern um ihn bei der Stange zu halten?<\/p>\n\n\n\n<p>Langsam kam wieder Gef\u00fchl in seine Glieder und Friedrich sp\u00fcrte sein Handy in der Hosentasche. Die Kerle hatten keine Zeit gefunden\u2006 \u2006 ihn bisher zu durchsuchen. Das musste auch so bleiben dachte er krampfhaft, das w\u00e4re das Tor zur Freiheit und auch sein Leben hing davon ab. Er musste sie besch\u00e4ftigen und damit von einer Durchsuchung ablenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Er blieb nicht lange alleine im Raum, dann kam einer der Beiden, die ihn entf\u00fchrt hatten, wieder ins Zimmer und beugte sich \u00fcber Friedrich und fl\u00fcsterte ihm ins Ohr:<\/p>\n\n\n\n<p>71<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e Wir warten auf den Abfallcontainer, er kommt in einer Stunde und dann wirst du mit den Fischresten entsorgt!\u201c Der Kerl grinste dabei und kaute einen nach Menthol riechenden Kaugummi, der Geruch stieg Friedrich unangenehm in die Nase und er musste Nie\u00dfen, der Nasenschleim traf den Kerl mitten ins Gesicht. Der schlug ihm reflexartig zur\u00fcck und das so stark, dass dem Notar die Lippen aufplatzten und das Blut sofort heraus spritzte. \u201e M\u00f6chtest du, dass ich dich qu\u00e4le, bevor ich dich erschie\u00dfe, dann mach weiter so du Arschgesicht!\u201cFriedrichs Gedanken \u00fcberschlugen sich, er musste etwas unternehmen, er musste an sein Handy kommen und das sehr schnell, bevor es Ernst f\u00fcr Ihn wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber die ganze Angelegenheit verlief nicht nach irgendeinen Plan, weder den von Friedrich, noch der Plan der gedungenen M\u00f6rder. Die Handyortung f\u00fchrte die<\/p>\n\n\n\n<p>72<\/p>\n\n\n\n<p>Kommissare aus Emden als erste direkt zur Fischgenossenschaft nach Greetsiel. Sie umstellten das Areal und warteten auf die Kommissare aus Aurich und auf entsprechende Anweisungen. Die trafen dann auch einige Minuten sp\u00e4ter am Ort des Geschehens ein. Leider hatte einer der Polizeiwagen vergessen ohne Blaulicht zu fahren. Was sich aber als Gl\u00fccksfall f\u00fcr den Notar herausstellte.<\/p>\n\n\n\n<p>Maren hatte keine Handhabung einen Zugriff anzuordnen, denn es lag ihr kein Grund vor, es sollte nur eine Observation werden. Es wurde aber eine v\u00f6llig chaotische Aktion. Die drei Kommissare waren gerade aus ihrem Dienstfahrzeug ausgestiegen. Berger kontrollierte wie gewohnt den korrekten Sitz seiner Dienstwaffe, die wurde Ihm und Renate mit ihren Kollegen Jochen aus Hannover nachgeschickt, er wollte gerade seine Anweisungen geben, da rannten<\/p>\n\n\n\n<p>73<\/p>\n\n\n\n<p>zwei Gestalten aus dem Geb\u00e4ude der Genossenschaft und stiegen fluchtartig in ein bereitstehendes Auto. Die Kommissare konnten die Situation nicht einordnen und so reagierten sie erst einmal \u00fcberhaupt nicht. Von der anderen Seit des Geb\u00e4udes kamen Rufe von den Kollegen aus Emden: \u201eHaltet sie auf, die wollen t\u00fcrmen!\u201c Wer wollte t\u00fcrmen und warum? Fragten die Kommissare sich gegenseitig. Sie wollten doch nur diesen Notar aus Norden observieren und feststellen was er in Greetsiel vorhatte. Das Fahrzeug, ein schwarzer Mercedes Kastenwagen war auf der Stra\u00dfe Richtung Pewsum, aus dem Sichtfeld der Kommissare, verschwunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Friedrich h\u00f6rte, dass die beiden Kerle sich lautstark etwas in arabischer Sprache zu riefen und sie aus dem Sichtfeld von Friedrich verschwanden. Dann drangen Rufe an sein Ohr: \u201eHaltet sie auf, die wollen t\u00fcrmen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>74<\/p>\n\n\n\n<p>Der Notar sah seine Chance f\u00fcr gekommen, einfach zu fl\u00fcchten und um sein Leben zu rennen. Aus f\u00fcr ihn unerkl\u00e4rlichen Gr\u00fcnden waren Polizisten vor Ort und verfolgten die Entf\u00fchrer, oder ihn? Was war f\u00fcr ihn gef\u00e4hrlicher, von den Polizisten entdeckt zu werden, oder von den Entf\u00fchrern doch noch gefasst und umgebracht zu werden? Er entschied sich gefesselt auf dem Sessel sitzen zu bleiben und sich als Opfer einer Entf\u00fchrung befreien zu lassen. Er musste sich nur eine plausible Erkl\u00e4rung ausdenken, was die beiden Typen eigentlich von ihm wollten? Aber da st\u00fcrmten auch schon zwei Polizisten, mit gezogener Pistole, in den Fischvorbereitungsraum und standen etwas verdutzt dreinschauend vor den gefesselten Notar. Der j\u00fcngere der Beamten rief nach den Kommissaren und begann Friedrich von seinen Fesseln zu befreien. Dessen H\u00e4nde waren von dem Kunststoffband<\/p>\n\n\n\n<p>75<\/p>\n\n\n\n<p>eingeschn\u00fcrt und blau angelaufen, weil die Blutzufuhr teilweise unterbrochen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine Gem\u00fctslage entsprach der gef\u00fchlten K\u00e4lte seiner fast abgestorbenen H\u00e4nde. Seine Erwartungshaltung war, auf sein Schafott gef\u00fchrt zu werden. Die Gem\u00fctslage der Kommissare aber, war gespalten. Was war hier geschehen? Fragten sich Maren und ihre Kollegen? Wer war da eben gefl\u00fcchtet, was hatten die Kerle mit den Notar aus Norden zu tun? War das eine Entf\u00fchrung, oder sollte der Notar aus dem Weg ger\u00e4umt werden? Fragen und noch einmal Fragen, aber keine Antworten. Denn Friedrich schwieg wie ein Grab und machte auch auf dem Kommissariat keine Angaben, au\u00dfer zu seiner Person, ansonsten verweigerte er jegliche Aussage. Berger hatte eine Theorie vorgetragen. Er wollte den Notar mit den Bildern aus dem Container konfrontieren und von Spuren sprechen, die auf den Notar<\/p>\n\n\n\n<p>76<\/p>\n\n\n\n<p>hinweisen w\u00fcrden. Alles w\u00fcrde auf seine Person zulaufen und damit w\u00e4re er der Hauptverd\u00e4chtige bei Menschenhandel mit Todesfolge und Drogenschmuggel. Aber Friedrich Hagen war auch Anwalt, er kannte fast alle Tricks der Vernehmung durch die Polizei und er kannte nat\u00fcrlich seine Rechte. Die Kommissare berieten sich, aber es gab aus der Runde keine anderen Vorschl\u00e4ge. Es sollte so dem Notar vorgetragen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Berger suchte den kleinsten Vernehmungsraum aus, es war Raum 4 und der war genau 15 qm gro\u00df. Es stand nicht ganz in der Mitte, ein rechteckiger Tisch mit einer braunen abgenutzten Tischplatte. Drei bequeme Sessel, mit Armlehnen, standen auf der einen Seite des Tisches und ein einfacher Holzhocker auf der anderen Seite. Der Hocker war so niedrig ausgew\u00e4hlt, dass Fridrich nach oben zu den Kommissaren auf schauen musste.<\/p>\n\n\n\n<p>77<\/p>\n\n\n\n<p>An jeder Ecke des Raumes hing eine Videokamera und auf dem Tisch stand ein Mikrophon. An der hinteren Seite der Wand, war ein Spiegel, etwa 1m mal 1m gro\u00df. Auf der anderen Seite des Spiegels, im Nachbarraum konnten Beamte unbemerkt durch den Spiegel ins Zimmer schauen. Das war Friedrich alles bekannt, er nahm das Ganze nur unterbewusst wahr. Man hatte ihn nun schon eine halbe Stunde alleine auf dem Hocher, mit Handschellen gefesselt, dort sitzen lassen. Seine H\u00e4nde schmerzten nicht mehr, sie waren eingeschlafen und kribbelten f\u00fcrchterlich. Er konnte seine anfangs korrekte K\u00f6rperhaltung, gerader Sitz und durchgedr\u00fcckte Wirbels\u00e4ule, aus Trotz und gespielte St\u00e4rke, jetzt nicht mehr aufrecht erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Er zitterte am ganzen K\u00f6rper und er st\u00f6hnte vor sich hin.<\/p>\n\n\n\n<p>78<\/p>\n\n\n\n<p>Er war auf dem Hocker in sich zusammengesunken. Das grelle bl\u00e4uliche Neonlicht des Scheinwerfers \u00fcber ihn an der Decke, beleuchtete Friedrich und eine H\u00e4lfte des Tisches. \u201eNun ist es so weit!\u201c murmelte Berger in seinen Vollbart und er forderte seine Kollegen auf, mit ihm ins Vernehmungszimmer zugehen. Zwei Beamte in Uniform begleiteten sie und stellten sich hinter Friedrich auf. \u201eBitte nehmen sie dem in Gewahrsam genommenen die Handschellen ab!\u201c Renate verzog beim sprechen leicht s\u00e4uerlich ihr sch\u00f6nes Gesicht. Friedrich st\u00f6hnte laut auf und rieb sich die H\u00e4nde. Der kleine Raum war v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllt mit den 5 Beamten und Friedrich. Der Raum f\u00fcllte sich schnell mit schlechter Luft, am oberen Rand der einen Wand befand sich ein kleines vergittertes Kippfenster. Es drang nur wenig Licht von dort aus in den Raum. Das alles war Bergers Kalk\u00fcl, er wollte den Notar weich kochen. Was ihm scheinbar auch<\/p>\n\n\n\n<p>79<\/p>\n\n\n\n<p>gelang. Nun konnte Konsti seine Befragungstechnik anwenden und mit den Fakten und den Spuren, sowie die daraus erstellte Fallanalyse, Friedrich verunsichern. Berger legte ein Bild nach dem Anderen vor Friedrich auf den Tisch, es waren Bilder aus dem Container. Sie zeigten die grausamen Bilder der in einander verschlungenen K\u00f6rper der 40 Frauen und M\u00e4nner und Kinder. Es gab Nahaufnahmen von verzehrten Gesichtern und hervor gequollenen Augen, die ins Leere starten. Friedrich schob angewidert die Bilder von sich und senkte seinen Kopf. \u201eKein sch\u00f6ner Anblick von ihren Kunden, Herr Hagen!\u201cRenate hatte es nicht l\u00e4nger ausgehalten und sprach den Notar direkt an. \u201eWar dieser Ausgang ein Versehen, ein Ungl\u00fcck, oder eine Vertuschungsaktion?\u201cMaren hatte die ganze Zeit auf den Notar gestarrt, wie der Dreckskerl so zu samengesunken auf seinem Hocker sa\u00df, konnte schon etwas Mitleid sich einstellen. Aber<\/p>\n\n\n\n<p>80<\/p>\n\n\n\n<p>Maren war Profi genug sich von Gef\u00fchlen, bei einer solchen Vernehmung, zu distanzieren. Sie fragte dann auch sehr n\u00fcchtern und unaufgeregt nach den Gef\u00fchlen von Friedrich, bei dem Anblick dieser Bilder und seinem Schuldgef\u00fchl? Friedrich reagierte zum ersten Mal emotional, er erhob seinen Kopf und schaute Maren aus zusammengekniffenen Augen an. \u201eIch bin f\u00fcr diese Schweinerei nicht verantwortlich!\u201cKam die Antwort aus seinem Mund herausgepresst! Berger r\u00fcckte seinen Sessel zurecht und beugte sich Nachvorne ganz dicht an das Gesicht von Friedrich heran.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>die weiteren Folgen des gesamten Romans erscheinen jeweils zum Wochenende, hier und \u00fcber die Fb-Gruppe Dornumer Nachrichten.<\/strong><\/em> <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Wir stellen Ihnen in K\u00fcrze den  Autor dieses Kriminalromans, Lutz M\u00fcller vor. Lutz M\u00fcller lebt in Norden. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Abdruck und unberechtigtes Teilen sind nicht gestattet und  f\u00fchren zu rechtlichen Konsequenzen. Alle Rechte beim Autor. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommissar Berger &#8211; Mord in Norden von Lutz M\u00fcller ein K\u00fcstenkrimi &#8211; Folge 6 Er \u00fcberlegte fieberhaft, warum gingen diese Kerle so ein Risiko ein und verfrachteten ihn hier zum Verteilerplatz der Drogen? Hatte er doch noch eine Chance am Leben zu bleiben und sie wollten ihn nur einsch\u00fcchtern um ihn bei der Stange zu [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[402],"tags":[399,403],"class_list":["post-1532","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-literatur","tag-lutz-mueller","tag-ostfriesenkrimi"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fresenspegel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1532","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fresenspegel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fresenspegel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fresenspegel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fresenspegel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1532"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/fresenspegel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1532\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1535,"href":"https:\/\/fresenspegel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1532\/revisions\/1535"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fresenspegel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1532"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fresenspegel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1532"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fresenspegel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1532"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}