{"id":1495,"date":"2023-06-18T19:31:59","date_gmt":"2023-06-18T19:31:59","guid":{"rendered":"https:\/\/fresenspegel.de\/?p=1495"},"modified":"2023-06-24T21:47:22","modified_gmt":"2023-06-24T21:47:22","slug":"todes-container-im-wattenmeer-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fresenspegel.de\/?p=1495","title":{"rendered":"\u201eTodes Container im Wattenmeer\u201c (4)"},"content":{"rendered":"\n<p id=\"block-ed937275-f7dc-4982-8724-96add3c66887\"><strong>Kommissar Berger &#8211; Mord in Norden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-559826bd-681d-40a8-bcc4-c309bd98be92\"><strong>von Lutz M\u00fcller<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-1e7aa930-7d05-47c2-aad8-e4bd891d039f\"><em><strong>ein K\u00fcstenkrimi &#8211; Folge<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Fragen \u00fcber Fragen schossen Friedrich durch sein Gehirn. Aber Antworten hatte er nicht parat. Das schmutzige Geld das er damit verdiente, war ihm in diesem Moment der Angst v\u00f6llig nebens\u00e4chlich, ja egal.<\/p>\n\n\n\n<p>Kleider machen Leute hei\u00dft ein Sprichwort, aber nur f\u00fcr kurze Zeit, dann kommt immer der echte Charakter des Tr\u00e4gers zum Vorschein. So auch bei\u2006 \u2006 einer Besprechung im Hinterzimmer einer Norder Kneipe auf dem Neuen Weg. Drei Herren in dunkelblauen<\/p>\n\n\n\n<p>51<\/p>\n\n\n\n<p>Zweireiher Anz\u00fcgen sa\u00dfen in einem verrauchten, mit einem gro\u00dfen Schild an der T\u00fcr, \u201eRaucherzimmer \u201e.Sie sa\u00dfen an einem ovalen altmodischen Holztisch, auf drei unbequemen St\u00fchlen aus den f\u00fcnfziger Jahren und jeder von ihnen hatte ein Glas Rotwein vor sich zu stehen. Der Raum wurde nur von \u201es\u00fcchtigen\u201cRauchern benutzt, die es \u00fcberhaupt nicht ohne den Glimmst\u00e4ngel aushalten konnten und denen die zur Verf\u00fcgung gestellten St\u00fchle vor der Kneipent\u00fcr im Winter zu kalt waren. Der ekelhafte Geruch nach kaltem Rauch und die vom Nikotin vergilbte Tapete an den W\u00e4nden, zeigte bei den drei M\u00e4nnern Wirkung. Die Gesichter spiegelten unterschiedliche Merkmale der Atmosph\u00e4re des Raumes wieder. Alle drei M\u00e4nner waren Ende Vierzig und hatten Migrationshintergrund, sie waren Syrer und schon l\u00e4nger in Deutschland, denn sie sprachen fast Akzentfrei Deutsch mit dem<\/p>\n\n\n\n<p>52<\/p>\n\n\n\n<p>Kellner der Kneipe. Untereinander wurde arabisch gesprochen, jedenfalls h\u00f6rte es sich f\u00fcr Au\u00dfenstehende Zuh\u00f6rer so an. Die drei M\u00e4nner warteten auf einen weiteren Gast, einen Deutschen. Der kam dann auch ohne gr\u00f6\u00dfere Begr\u00fc\u00dfung und sprach ohne Umschweife Klartext: \u201eDieser Notar muss von der Bildfl\u00e4che verschwinden, der wird f\u00fcr uns zum Risiko, der hat Angst und wer Angst hat macht bekanntlich Fehler und das k\u00f6nnen wir jetzt nicht gebrauchen! Wer von euch erledigt das?\u201c Er schaute sich dabei die Gesichter seiner Gespr\u00e4chspartner sehr genau an und musterte sie dabei eindringlich. Nur einer hielt dem Blicken des Deutschen stand, die beiden anderen M\u00e4nner blickten verstohlen nach unten. \u201eDann eben Du!\u201c beantwortete der Frager sich selbst. Er reichte ihm eine Pistole, die er ganz pl\u00f6tzlich aus seiner Jackentasche gezogen hatte. \u201eLass es wie ein Selbstmord aussehen und hinterlass keine Spuren!<\/p>\n\n\n\n<p>53<\/p>\n\n\n\n<p>Das Erfolgshonorar ist wie immer nach erfolgreicher Arbeit auf eurem Konto! Die Waffe ist sauber, also passt auf das es so bleibt. Ich kontaktiere euch, wenn ich euch sehen m\u00f6chte und nicht umgekehrt!\u201c Er verlie\u00df den Raum ohne Gru\u00df und lies die drei \u201efeinen Herren\u201c etwas nerv\u00f6s zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n\n\n<p>\u2006 \u2006 \u2006 \u2006 \u2006 Ludgeri Kirche am Norder Marktplatz<\/p>\n\n\n\n<p>54<\/p>\n\n\n\n<p>Friedrich schaute sich, bei seinem Gang \u00fcber den Marktplatz, vorbei an der Ludgeri Kirche, mehrfach nerv\u00f6s um. Die Ludgeri-Kirche steht im Zentrum des Marktplatzes der ostfriesischen Stadt Norden. Das romanisch-gotische Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten vom 13. Jahrhundert bis Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ludgeri Kirche ist mit rund 80&nbsp;Meter L\u00e4nge der gr\u00f6\u00dfte erhaltene mittelalterliche Sakralbau Ostfrieslands. Die Ludgeri Kirche stammte somit aus dem fr\u00fchen Mittelalter und ist eine der \u00e4ltesten Backstein Kirchen Norddeutschlands. Sie wurde dem Missionar in Ostriesland, Bischof Ludgeri von M\u00fcnster gewidmet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Notar hatte schon l\u00e4nger das ungute Gef\u00fchl verfolgt zu werden. Hatte er schon einen Verfolgungswahn, oder wurde er wirklich beschattet? Aber wer k\u00f6nnte das sein? Die Polizei? Ging es ihm durch den Kopf, oder wer hatte ein Interesse an seiner<\/p>\n\n\n\n<p>55<\/p>\n\n\n\n<p>Person?\u2006 \u2006 Gedankenversunken \u00fcberquerte er die Stra\u00dfe am Markt und ging Richtung Westerstra\u00dfe. Sein Kopfkino arbeitete auf Hochtouren, gab es doch Hinweise im Container \u00fcber seine Person, oder sogar Spuren die auf Norden hinwiesen? Hatten die Kommissare bereits Ihn im Visier? Es war immer derselbe s\u00fcdl\u00e4ndische Typ mit Sonnenbrille, der ihm folgte, obwohl der Himmel bedeckt war und das typische Ostfriesland Wetter sich zeigte. Er trug einen langen hellgrauen Mantel aus weichem Material, denn Friedrich konnte unter dem Mantel deutlich die Konturen seines K\u00f6rpers erkennen. Ein Hut mit gro\u00dfer Krempe zierte seinen Kopf, er trug ihn tief ins Gesicht gezogen. Aber Friedrich pr\u00e4gte sich die Gesichtsz\u00fcge genau ein und \u00fcberlegte wo er diesen Mann schon einmal gesehen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>56<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eF\u00fcr Polizei war der Typ zu prollig angezogen, wie aus einem Gangsterfilm\u201c, sprach Friedrich leise zu sich selbst.\u201c Also wer war Er und was wollte er von mir? Sollte ich ihn einfach ansprechen?\u201c Die Frage beantwortete sich von selbst. Friedrich wurde pl\u00f6tzlich selbst von hinten angesprochen. Der Mann war alles andere als ein freundlicher Typ. Friedrich hatte sich erschrocken zu ihm umgedreht und er sah in ein finster drein schauendes Gesicht voller Pockennarben, aber seine Kleidung passte nicht so recht zu seiner Ausstrahlung, er war sehr elegant gekleidet. Dieser Kerl dr\u00fcckte Friedrich durch seine Jackentasche den sp\u00fcrbaren Lauf einer Waffe in den R\u00fccken. Friedrich war wie gel\u00e4hmt, er bewegte sich nicht von der Stelle, es lief ihm kalter Schwei\u00df den R\u00fccken herunter. Der andere Mann der den Notar die ganze Zeit \u00fcber verfolgte, kam nun n\u00e4her auf Friedrich zu und schaute ihn aus zusammengekniffenen Augen ver\u00e4chtlich an.<\/p>\n\n\n\n<p>57<\/p>\n\n\n\n<p>Friedrich erwachte langsam aus der Schock starre und er fand damit auch seine Sprache wieder: \u201eWas wollen sie von mir, sie sind nicht von der Polizei?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mann vor ihm grinste \u00fcber sein ganzes Gesicht, wie ein \u201eHonigkuchenpferd\u201c. \u201eWie wahr! wie haben sie denn das herausgefunden?\u201c und lachte dabei zynisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Berger und Renate \u00fcberpr\u00fcften die Namen der Besatzung des kollidierten Frachters aus Litauen und sie lasen den Namen des Kapit\u00e4ns, ein Valentis aus Litauen. Norddeich war als Zielort des kleinen Frachters angegeben. Es war un\u00fcblich, dass in Norddeich Frachtschiffe ihre Ladung l\u00f6schten und noch un\u00fcblicher eine Container best\u00fcckte Ladung. Auf Nachfrage beim Hafenamt erfuhren sie, dass dieses Frachtschiff jeden Monat Norddeich anlief, es wurden keine Container entladen, es gab auch keine Vorrichtung im Hafen daf\u00fcr. Die Fracht waren kleine<\/p>\n\n\n\n<p>58<\/p>\n\n\n\n<p>Maschinenteile, die einzeln von Bord des Frachters abtransportiert wurden. Der Zoll hatte keine Beanstandung und die Papiere waren immer in Ordnung. Die Container wurden, auf Anfrage von Berger, nicht weiter kontrolliert, weil sie ja auf dem Schiff verblieben sind. Also war den Kommissaren klar, dass sich unter den Maschinenteilen Fl\u00fcchtlinge befanden, die dann wohl in der Nacht irgendwie an Land geschmuggelt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wohin wurden sie dann weitergeleitet und untergebracht? Die Herkunft der Fracht war in den Frachtpapieren immer mit einem Stempel aus einem EU Land angegeben und somit gab es keinerlei Auff\u00e4lligkeiten, da Waren aus EU L\u00e4ndern nicht verzollt wurden. So kamen die beiden Kommissare nicht weiter. Warum waren im Container keine Maschinenteile? War auch eine offene Frage.<\/p>\n\n\n\n<p>59<\/p>\n\n\n\n<p>Maren hatte die Spur nach Norden und einem Anwalt verfolgt. An Anw\u00e4lten gab es in Norden keinen Mangel. Bei Anw\u00e4lten, die keine wei\u00dfe Weste hatten, schon. Bei ihren Recherchen fiel ihr ein Rechtsanwalt auf, der vor zwei Jahren aus Hannover zugezogen war. Der hatte schon eine Akte bei den Kollegen der hannoverschen Polizei. Er hatte in Norden von seinem Vorg\u00e4nger das Notariat \u00fcbernommen und nebenbei war er als Anwalt t\u00e4tig. Maren hatte die Akte des Notars aus Hannover angefordert und bl\u00e4tterte flei\u00dfig in ihnen. Mandanten hatten ihn angezeigt, wegen sogenannten Mandanten Verrat. Die Anklage wurde von den Kl\u00e4gern zur\u00fcckgezogen, man hatte sich mit dem Anwalt au\u00dfergerichtlich geeinigt, weil alles angeblich nur auf Falschinformationen beruhte. Maren wurde nun stutzig und sie recherchierte in dem Fall weiter.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>die weiteren Folgen des gesamten Romans erscheinen jeweils zum Wochenende, hier und \u00fcber die Fb-Gruppe Dornumer Nachrichten.<\/strong><\/em> <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Wir stellen Ihnen in K\u00fcrze den  Autor dieses Kriminalromans, Lutz M\u00fcller vor. Lutz M\u00fcller lebt in Norden. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Abdruck und unberechtigtes Teilen sind nicht gestattet und  f\u00fchren zu rechtlichen Konsequenzen. Alle Rechte beim Autor. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommissar Berger &#8211; Mord in Norden von Lutz M\u00fcller ein K\u00fcstenkrimi &#8211; Folge Fragen \u00fcber Fragen schossen Friedrich durch sein Gehirn. Aber Antworten hatte er nicht parat. Das schmutzige Geld das er damit verdiente, war ihm in diesem Moment der Angst v\u00f6llig nebens\u00e4chlich, ja egal. 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