{"id":1405,"date":"2023-05-27T20:17:51","date_gmt":"2023-05-27T20:17:51","guid":{"rendered":"https:\/\/fresenspegel.de\/?p=1405"},"modified":"2023-06-03T18:27:06","modified_gmt":"2023-06-03T18:27:06","slug":"todes-container-im-wattenmeer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fresenspegel.de\/?p=1405","title":{"rendered":"\u201eTodes Container im Wattenmeer\u201c (1)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Kommissar Berger &#8211; Mord in Norden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>von Lutz M\u00fcller<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em><strong>ein K\u00fcstenkrimi &#8211; Folge 1<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n\n\n\n<p>W i d m u n g<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;<em>Mein Dank gilt meinem Sohn<br>Alexander, Kriminalkommissar in Berlin, f\u00fcr seinen fachlichen Rat!<\/em>&#8222;<\/p>\n\n\n\n<p><br>Berger atmete tief ein. Dann aus und dann wieder ein und wieder aus. Wie gut das tat! Diese w\u00fcrzige, nach Salz schmeckende Luft. Da mischte sich ein ihm bekannter Duft in seine Sinneswahrnehmung, der Geruch von gebratenem Fisch. Es \u00fcberkam ihm ein Gef\u00fchl von zu Hause zu sein, der Duft kam her\u00fcber geweht vom Fisch Restaurant am<br>Hafen.\u2006 \u2006 \u2006 \u2006 \u2006 \u2006 \u2006 .<br>Berger unterbrach die Atem\u00fcbung, die ihm sein Therapeut gegen seinen Stress und seine immer wieder aufflammende Depression empfohlen hatte. Die Verstimmung die sich, in seinem Einsatz als Polizist in Afghanistan, als Folge einer im Kampfeinsatz gegen die Rebellen erlittene Schussverletzung, einstellte. Er hielt kurz inne, ignorierte die Sirene<br>der in den Hafen von Norddeich einlaufenden F\u00e4hre aus Norderney. Er und seine Renate, seine Frau und Kollegin, f\u00fchlten sich in ihrem Ferienhaus in der Stadt Norden sehr wohl. Seine Spazierg\u00e4nge am Strand in Norddeich f\u00fchrten ihn jedes Mal hier hin in den Hafen an den F\u00e4hranleger. Es war eine Art von Ritual, er beobachtete das Anlegen der F\u00e4hre und die Fahrg\u00e4ste beim Aussteigen. Je nach Wetterlage spiegelte sich in ihren Gesichtern \u201edas grausam durchlebte\u201c der rauen \u00dcberfahrt. Es machte ihm gro\u00dfen Spa\u00df zu den Gesichtern, sich eine Geschichte auszudenken. Die lange Zeit die er mit seiner Frau als Haupt Kommissar zusammenarbeitete, war eine unsch\u00e4tzbar wichtige Zeit und Erfahrung. Die Arbeit hat sie auch privat zusammen geschwei\u00dft, einer konnte nicht ohne den Anderen. Da waren ihre Freunde und Kollegen, die kleine aufgeweckte Kommissarin Maren aus Aurich und die Kommissare vom LKA in Hannover, zusammen waren sie ein unschlagbares Team. Jeder hatte seine Marotten und doch passten sie einfach kongenial zusammen. Vom Unterbewusstsein\u2006 \u2006 gesteuert, griff Berger an die Stelle seines K\u00f6rpers, wo seine Dienstwaffe sich befinden sollte. Es war immer so, mehrfach am Tage kam diese unterbewusste Handlung zustande, nur dieses Mal war da keine Waffe. Berger stutzte, es ging ihm pl\u00f6tzlich ein Aha Effekt durch seine Merkzellen! Die Dienstwaffe lag gut weggeschlossen in seinem Dienstzimmer in Hannover, weil er ja in Ostfriesland in Urlaub war. Aber es folgte eine weitere, sich anschlie\u00dfende Zwangshandlung, er pr\u00fcfte und suchte in seinen Taschen nach seinem\u2006 \u2006 Autoschl\u00fcssel, meistens, wie auch jetzt, mit Erfolg. Es zeichnete Berger aus, sich selbst nicht zu Ernst zunehmen.<br>Konstantin nannten ihn eigentlich nur Fremde, entweder Berger, oder f\u00fcr Freunde Konsti, wurde er angesprochen. Berger schaute in die ferne Wattlandschaft, denn das Wasser war wieder einmal weg und gab den freien Blick auf das Watt und bei genauerer\u2006 \u2006 Betrachtung auch auf das Krabbelgetier und die Wattw\u00fcrmer. Dieses Mal aber sah er mitten im Watt einen gro\u00dfen Gegenstand stehen, Berger suchte wieder einmal an diesem Vormittag etwas in seinen Taschen, sein Fernglas. Er trug es seitdem er hier an der Nordseek\u00fcste Urlaub machte griffbereit bei sich, um die Vogelwelt am Meer zu beobachten. Hier auf den Salzwiesen in Norddeich sammelten sich im Herbst und im Fr\u00fchjahr die G\u00e4nse vor und nach ihren langen Flug nach S\u00fcden in ihre Winterquartiere. Es war kein besonders teureres Glas, aber f\u00fcr seine Zwecke gut genug.<br>Er fingerte es aus seiner Allwetterjacke die mit vielen n\u00fctzlichen und unn\u00fctzlichen gro\u00dfen und kleinen Taschen best\u00fcckt war. Berger hatte etwas M\u00fche das Glas scharf zustellen, seine Sehst\u00e4rke musste bald \u00fcberpr\u00fcft werden, bevor der Polizeiarzt sie beanstandete. Hoffentlich nicht st\u00e4ndig eine Brille tragen, dachte Berger und verdr\u00e4ngte auch gleich den Gedanken. Dann war das Objekt scharf gestellt und Berger erkannte einen gro\u00dfen blauen Container mit gelber Beschriftung, nach nochmaligen scharfstellen las er das stark verwitterte: \u201eAsia Line\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Wahrscheinlich war f\u00fcr Maren dieser Moment, um 7 Uhr morgens auf dem Gulfhof ihres Vaters, in der Krummh\u00f6rn, die sch\u00f6nste Zeit des Tages, ja des Lebens. Das Gulfhaus, auch als Gulfhof oder Ostfriesenhaus bezeichnet, ist eine Bauernhausform, die im 16. und 17. Jahrhundert in Norddeutschland aufkam. Es ist ein Holzger\u00fcstbau in St\u00e4nderbauweise. Das Gulfhaus verbreitete sich zun\u00e4chst in den Marschen und anschlie\u00dfend in den friesischen Geestgebieten. \u2026 Maren Popken war Mitte Drei\u00dfig und wartete schon zu lange auf den ersehnten Heiratsantrag ihres langj\u00e4hrigen Freundes. Nach dem melken der letzten verbliebenden K\u00fche auf dem Hof ihres alten Vaters sa\u00dfen sie vor dem ostfriesischen, mit Reet (Stroh) gedeckten\u2006 \u2006 Backsteinhaus unter einer genauso alten Linde und tranken schweigend ihren Ostfriesentee in kleinen Schl\u00fcckchen, erst das W\u00f6lkchen, beim zweiten Schluck den schwarzen unverf\u00e4lschten Schwarztee und dann das Finale, den s\u00fc\u00dfen \u201eKluntje- Rest\u201c, der verbleibende Rest des aufgel\u00f6sten Kandiszuckers. Nichts konnte die kleine rothaarige Kommissarin besser auf den Arbeitstag einstimmen. Maren war Kommissariats Leiterin in Aurich, sie war eine bildh\u00fcbsche, mit ihren zarten Gesichtsz\u00fcgen und den s\u00fc\u00dfen Sommersprossen, energische Person. Maren konnte sich keinen anderen Ort vorstellen, wo sie lieber leben w\u00fcrde. Die weite des Landes, die K\u00fcste, das Wattenmeer und die unverf\u00e4lschten Menschen hier in Ostfriesland. Ihre Freunde vom LKA Hannover, Konsti und seine Renate, die Profilerin, und Jochen Schulz, sie waren fast zu ihrer Familie geworden. Sie f\u00fchlte sich beruflich angekommen und ausgef\u00fcllt. Konsti und Renate machten wieder Urlaub in ihrem Ferienhaus in Norden, sie hatten sich kurzfristig telefonisch bei ihr gemeldet. Das lief fast immer gleich ab, sie verabredeten sich zu Ausfl\u00fcgen auf einer der 7 Inseln und zum gemeinsamen Grillen im Garten der Bergers.<br>Nun tranken Tochter und Vater die dritte Tasse Tee, es war Ostfriesenrecht, \u201eGeht\u2019s dir gut?\u201c fragte Maren ihren Vater. \u201eJou\u201c, antwortete er wie gewohnt wortkarg. \u201eIs wie es ist, n\u00fctzt ja nichts\u201c Kam mit Versp\u00e4tung seine Zusatzerl\u00e4uterung. Dann war die morgendliche Konversation beendet. Ein Handy klingelte mit einem bekannten kleinen Lied, \u201eFreude sch\u00f6ner G\u00f6tterfunken\u201c, es war Marens, aber wo lag es versteckt, Maren war nicht gerade die Ordentlichste beim Umgang mit ihrem Handy und ihrem Dienstausweis. Der Vater bewegte sich unerwartet und suchte unter einem Sitzkissen auf dem Nachbarstuhl nach dem Handy und wurde f\u00fcndig, wortlos \u00fcberreichte er das Telefon, was noch immer Klingelt\u00f6ne von sich gab, an die verst\u00f6rt dreinschauende Maren. Etwas umst\u00e4ndlich strich die Kommissarin zum \u00d6ffnen \u00fcber die Schaltfl\u00e4che des Handys und es meldete sich die ihr bekannte Stimme ihres Kollegen vom Kommissariat aus Aurich. \u201eMoinsen Frau Kommissarin, uns wurde aus Norddeich eine eigenartiger Fund gemeldet, ein Container im Watt!\u201c \u201ewas ist daran so seltsam Kollege? \u201eEs gab kein Sturm in den letzten 4-5 Tagen an der Ostfriesischen K\u00fcste und es wurde auch kein vermisster Container von irgendeinem Containerschiff gemeldet!\u201cKonnte der Container schon geborgen werden?\u201c Nein Frau Popken, es wird noch auf Hochwasser gewartet, dann kann ein Spezialschiff die markierte Stelle anlaufen und den Container bergen. Aber es gibt noch eine seltsame Nachricht, ein Konstantin Berger vom LKA Hannover hat diesen Fund im Watt gemeldet!\u201c \u201e N\u00f6, wirklich? Unser Konsti auf Containerfang in Norddeich? Haben sie ihn zu uns einbestellt?\u201c \u201eNa klar, er wollte sowieso Sie sprechen, er ist in ca. einer Stunde im Kommissariat in Aurich!\u201c Maren grinste \u00fcber ihr ganzes Sommersprossengesicht, so schnell hatte sie nicht mit einem Wiedersehen gerechnet.<br>Die 60 Plus Gruppe auf dem Marktplatz in Norden, ein herrlicher alter und wohl der gr\u00f6\u00dfte Marktplatz in Norddeutschland, mit einem breiten Weg aus Sand um den mit altem Kopfsteinpflaster best\u00fcckten Marktplatz herum und an der hinteren Seite die Ludgeri Kirche , war der geeignete Ort zum Spielen. So an die 20 r\u00fcstige Frauen und M\u00e4nner, hielten eine Eisenkugel in ihren H\u00e4nden und kullerten diese nacheinander, um einer kleinen roten Kunststoffkugel, nicht gr\u00f6\u00dfer wie eine Murmel, aus der Erinnerung ihrer Kinderzeit, so nahe wie m\u00f6glich zukommen. Es war f\u00fcr den Betrachter des Spielverlaufes<br>nicht auf Anhieb auszumachen, ob es sich um Boccia, oder um Boule handelte. Das tat aber dem Spa\u00df der Spieler keinen Abbruch, im Gegenteil, es wurde bei jedem guten Wurf gejohlt und gelacht und sich gegenseitig mit den H\u00e4nden abgeklatscht. Wer das Spiel und die Spieler genauer beobachtete konnte entdecken, dass einige Spieler sich am Rande des Spielfeldes vor jeden Wurf, beraten haben. Bei genauerer Beobachtung der Spieler, h\u00f6rte man\u2006 \u2006 Fetzen des Gespr\u00e4ches. Dabei ging es scheinbar nicht um das Spiel. Einer von diesen M\u00e4nnern war ein Notar, keiner der Gruppe wusste etwas \u00fcber ihn und seine Vergangenheit, er war geschickt genug Fragen nach seiner fr\u00fcheren Arbeit auszuweichen. Die beiden Herren mit die er fl\u00fcsterte, waren so um die 60 Jahre alt, es waren offensichtlich Ostfriesen, denn man h\u00f6rte den ostfriesischen Dialekt heraus, sie sprachen kein reines Friesisch, sie bem\u00fchten sich redlich mit dem Notar Hochdeutsch zu sprechen. Die beiden M\u00e4nner waren als G\u00e4stespieler zum ersten Mal dabei, keiner deranderen Spieler kannte sie, au\u00dfer dem Notar. Der kleinere der beiden Alten hatte wenig Kopfhaar, man konnte keine Frisur erkennen. Das Gesicht wirkte grobschl\u00e4chtig, ein wenig wie ein Seeb\u00e4r, die von der Sonne gebr\u00e4unte Gesichtshaut wurde von einem ungepflegten Dreitagebart teilweise verdeckt und die starken Gesichtsknochen lie\u00dfen die Stahlblauen Augen in H\u00f6hlen verschwinden. Der scheinbare Partner hatte das Gesicht eines Boxers. Eine hohe Stirn und eine Glatze gingen nahtlos ineinander \u00fcber, die Augenbrauen waren schw\u00fclstig und wohl mehrfach gen\u00e4ht worden und die Nase war der Hit, sie wirkte wie aus Gummi und man erkannte sofort das sie mehrfach gebrochen war. Das Gesicht war bartlos, aber der hatte auch keinen Platz in diesem zerknautschten Antlitz. Diese Gestallten passten sogar nicht zu dieser seri\u00f6sen Spielergruppe der 60 Plus Generation aus Norden. Das teilten die Spieler nach dem Spiel, beim Kaffeetrinken in der Cafeteria der Kreisvolkshochschule Norden, dem Notar mit. Sie wollten diese beiden Herren nicht in ihrer Gruppe haben. Der Notar, er hie\u00df Friedrich, heuchelte\u2006 \u2006 Verst\u00e4ndnis und wollte mit den beiden M\u00e4nnern diesbez\u00fcglich sprechen. Die Angelegenheit schien erst einmal damit erledigt. Aber Friedrich brauchte den Kontakt zu den beiden M\u00e4nnern dingend und das unauff\u00e4llig, zum Beispiel beim Boccia spielen auf dem Marktplatz. Er musste sich etwas einfallen lassen.<br>Berger glaubte seine Entdeckung war nichts anderes als ein \u00fcber Bord gegangener Container gef\u00fcllt mit Fernseher, oder \u00dcberraschungseiern. Also ein gew\u00f6hnlicher Havarie Schaden. Er informierte seine Renate und fragte sie, ob sie mit nach Aurich zu Maren mitfahren wollte. Denn seine Aussage dort auf dem Kommissariat war f\u00fcr ihn nur eine Formsache, also schnell erledigt und dann k\u00f6nnten sie gemeinsam mit Maren Essen gehen. Renate z\u00f6gerte nicht lange, dann gab sie gr\u00fcnes Licht und Konsti holte seine Renate von ihrem Ferienhaus in Norden ab.Berger war eine f\u00fcr seine 58 Jahre gutaussehende, sportliche Erscheinung. Seine 1.90m K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe, mit gepflegtem Vollbart, zeigte eine imposante Pr\u00e4senz.\u2006 \u2006 Er hatte so seine Eigenheiten, er war ein Genie\u00dfer, er a\u00df nur mit besten Zutaten gekochte Speisen, dazu trank er einen ausgew\u00e4hlten franz\u00f6sischen Rotwein und rauchte danach eine Havannazigarre. Einmal in der Woche kochte er mit seiner Renate ein besonderes Men\u00fc in seiner sehr extravaganten K\u00fcche in Hannover. Beide waren leidenschaftliche Golfer, wo und wann immer es m\u00f6glich war spielten sie eine Golfrunde mit Freunden auf einen der vielen Golfpl\u00e4tze in und um Hannover herum. Auch bei ihren Aufenthalten in Norden nutzen sie die M\u00f6glichkeit auf der nur 3 Km entfernten Golfanlage des Golf<br>Club Schloss L\u00fctetsburg zu spielen. Zu den Golfspielen kamen die Bergers durch einen fr\u00fcheren Fall in Berlin und in Hannover, sie ermittelten gemeinsam bei einem Mordfall im Clubhaus einer Golfanlage. Um Undercover im Golf Millj\u00f6h ermitteln zu k\u00f6nnen nahm Berger in dem Club Golfunterricht. Er wurde wie seine Renate von den Golfspielen infiziert und so wurden sie sehr gute Spieler. Die Fahrt mit ihren Dienstwagen verlief reibungslos, sie fuhren von ihrem Ferienhaus direkt auf die Umgehungsstra\u00dfe die B72 Richtung Georgsheil, dort bogen sie an der gro\u00dfen Kreuzung links ab und immer geradeaus Richtung Aurich. Es war eine einfache bekannte Strecke f\u00fcr die beiden Kommissare aus Hannover, es dauerte je nach Verkehrslage nicht mehr als 40 Minuten. Auch an diesem Tage gab es keine Staus oder andere Verz\u00f6gerungen und so kamen sie guter Dinge in Aurich im Kommissariat an. Maren hatte einen l\u00e4ngeren Weg von zuhause nach Aurich ins Kommissariat zur\u00fcck zulegen, sie kam einige Zeit sp\u00e4ter nach Konsti und Renate dort an.<br>Hauptwachtmeister Jansen aus Norden bekam den Auftrag, auf dem Bergungsschiff, bei der Bergung des gestrandeten Containers anwesend zu sein. Er stellte schnell fest, warum er nicht zur Wasserpolizei gegangen war, sondern seinen Dienst an Land, mit festem Boden unter seinen F\u00fc\u00dfen, versah. Das Bergungsschiff musste, um an die markierte Stelle im Wattenmeer zukommen, zwischen den Inseln Juist und Norderney, sich quer zum Wellengang legen. Was dazu f\u00fchrte, dass sich das Schiff aufschaukelte und jede einzelne Welle das Schiff von der Seite traf. Jansen wusste nun sehr schnell, dass er nicht Seefest war, es \u00fcberkam ihm eine \u00dcbelkeit und er f\u00fctterte die Fische und das nicht nur<br>einmal. Seine von der Seeluft leicht gebr\u00e4unte Gesichtshaut verf\u00e4rbte sich zu einem unansehnlichen Oker. Die anderen Besatzungsmitglieder waren einiges an Seegang gew\u00f6hnt und hielten sich mit Bemerkungen sichtlich mitf\u00fchlend zur\u00fcck. Das Schiff musste nun an der markierten Stelle gehalten werden, damit der Krahn an Bord, seinen Ausleger Zielgenau \u00fcber den Container im Wasser ausrichten konnte. Die zwei Taucher des Bergungsschiffes tauchten jetzt ab und vert\u00e4uten am Wattboden den Container.<br>Nun bewegte sich erst ruckartig, dann langsam der Container nach oben an die Wasseroberfl\u00e4che, nun konnten alle, auch Jansen den Container sehen. Wasser floss aus verschiedenen L\u00f6chern. Dann stand der Container sicher an Bord des Bergungsschiffes. Nun wurde er fachgerecht gesichert, damit er nicht noch einmal von Bord eines Schiffes<br>fallen konnte. Als auch der Krahn gesichert war fuhr zur Freude von Hauptwachtmeister Jansen, das Bergungsschiff wieder in die Fahrrinne\u2006 \u2006 Richtung Norddeich- Mole. Jansen war nun klar, er fuhr ganz bestimmt nicht ein weiteres Mal hinaus aufs Wattenmeer, denn er w\u00fcrde sich krankmelden. Jansen sah den Anleger im Hafen von Norddeich auf sich langsam zukommen und immer deutlicher zeichneten sich die Menschen am Kai ab und wurden zu Polizeikollegen aus seinem Revier aus Norden. Endlich wieder festes Land unter den F\u00fc\u00dfen, ging es Jansen durch den Kopf. Seine Kollegen und er schauten unaufgeregt der Entladung des Containers zu. Als der Container so auf dem Pier stand, tropfte es immer noch aus vielen L\u00f6chern Wasser heraus. Ein Zollbeamter \u00f6ffnete etwas umst\u00e4ndlich die verriegelte T\u00fcr des Containers und es schwoll eine braune Br\u00fche ihnen entgegen.<br>Es hatte sich eine kleine Menge von schaulustigen Frauen und M\u00e4nner am Kai angefunden und bestaunten den Vorgang und einige filmten und fotografierten was die Situation hergab. Jansen beobachtete beil\u00e4ufig, dass ein \u00e4lterer Mann, er wirkte wie ein ehemaliger Boxer, sich besonders f\u00fcr den Container und seine vermeidliche Fracht<br>interessierte. Die Situation war bei Jansen abgespeichert, wie bei einer zuf\u00e4lligen Zeugenbefragung eines Unfallzeugen. Gesehen und gespeichert. Dann konzentrierte er sich wieder auf den Inhalt des Strandgutes, eine Kollegin betrat als erste den Container und Jansen und alle im Umfeld h\u00f6rten einen entsetzlich schrillen Schrei einer Frau! Es war die Stimme seiner Polizeikollegin im Container.<br>Die Begr\u00fc\u00dfung der Kommissare im Kommissariat in Aurich fiel wie gewohnt herzlich, aber nicht \u00fcberschw\u00e4nglich aus. Einmal im Monat kamen Konsti und Renate am Wochenende nach Norden und die drei trafen sich fast jedes Mal. Es gab immer etwas Interessantes zu bereden, ob beruflich oder privat. Dieses Mal hatten die beiden Bergers Urlaub und sie wollten eine ganze Woche in ihrem Ferienhaus bleiben. Es gab also viel zu besprechen, wann und wo sie gemeinsam eine Toudie weiteren Folgen des gesamten Romans erscheinen jeweils zum Wochenende, hier und \u00fcber die Fb-Gruppe Dornumer Nachrichten.r durch Ostfriesland machen wollten. Beim letzten Besuch der beiden Hannoveraner waren sie mit dem Fahrrad unterwegs von Norden \u00fcber Hage nach Dornum. Sie besuchten dort das Ritterfest, ein mittelalterliches Spektakel, es war dort am Schloss ein mittelalterlicher Markt mit St\u00e4nden aufgebaut, die Verk\u00e4ufer bedienten die Besucher in Trachten des Mittelalters. Ritterspiele mit Schwert und Axt und zu Pferde machten die Veranstaltung zu einem tollen Event.<br>Maren schlug den Freunden eine Torfkahnfahrt, von Berumerfehn durch die Fehnlandschaft im Hochmoorgebiet, vor. Nach einer kurzen Diskussion einigten sich die drei Freunde auf diesen Ausflug.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>die weiteren Folgen des gesamten Romans erscheinen jeweils zum Wochenende, hier und \u00fcber die Fb-Gruppe Dornumer Nachrichten.<\/strong><\/em> <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Wir stellen Ihnen in K\u00fcrze den  Autor dieses Kriminalromans, Lutz M\u00fcller vor. Lutz M\u00fcller lebt in Norden. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Abdruck und unberechtigtes Teilen sind nicht gestattet und  f\u00fchren zu rechtlichen Konsequenzen. Alle Rechte beim Autor. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommissar Berger &#8211; Mord in Norden von Lutz M\u00fcller ein K\u00fcstenkrimi &#8211; Folge 1 W i d m u n g &#8222;Mein Dank gilt meinem SohnAlexander, Kriminalkommissar in Berlin, f\u00fcr seinen fachlichen Rat!&#8222; Berger atmete tief ein. Dann aus und dann wieder ein und wieder aus. Wie gut das tat! 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