{"id":1364,"date":"2023-05-15T19:00:35","date_gmt":"2023-05-15T19:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/fresenspegel.de\/?p=1364"},"modified":"2023-05-15T19:00:35","modified_gmt":"2023-05-15T19:00:35","slug":"handel-in-batavia-teekultur-aus-fernem-lande","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fresenspegel.de\/?p=1364","title":{"rendered":"Handel in Batavia \u2013 Teekultur aus fernem Lande"},"content":{"rendered":"\n<p>Handel in Batavia \u2013 Teekultur aus fernem Lande hei\u00dft die neue Sonderausstellung, die am vergangenen Freitag im Ostfriesischen Teemuseum Norden, Am Markt 36, er\u00f6ffnet wurde. Die neue Ausstellung beleuchtet das im 17. und 18. Jahrhundert entstandene globale maritime Handelssystem. Lukrative Gesch\u00e4fte mit exotischen G\u00fctern lockten die Europ\u00e4er in dieser Zeit nach Asien. Vor allem Gew\u00fcrze, Porzellan und Seide waren begehrt. 1602 schlossen sich mehrere niederl\u00e4ndische Handelskompanien zu der m\u00e4chtigen Vereinigten Ostindischen Compagnie (VOC) zusammen. Sie war die erste Aktiengesellschaft der Welt und brach das portugiesische Handelsmonopol in Asien. 1619 wurde Batavia, das heutige Jakarta in Indonesien, gegr\u00fcndet und zum Handelszentrum Niederl\u00e4ndisch-Ostindiens. Die Stadt wurde in Europa zum Sinnbild f\u00fcr das faszinierende Fremde und versprach schnellen Reichtum und Abenteuer. Die VOC schickte innerhalb von 200 Jahren etwa eine Million M\u00e4nner nach Ostindien. Ein gewaltiges Heer an Matrosen, Soldaten, H\u00e4ndlern, Schreibern, \u00c4rzten und Handwerkern, das sie nicht allein durch Landsleute stellen konnten. Das meiste Personal akquirierte sie in Deutschland, vor allem unter den Ostfriesen mit Seeerfahrung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large wp-duotone-midnight-filter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"600\" src=\"https:\/\/fresenspegel.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Batavia8-480x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1366\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Im weit entfernten Batavia kamen die Europ\u00e4er sehr schnell mit Tee in Ber\u00fchrung und erkannten bald die wohltuende und gesundheitsf\u00f6rdernde Wirkung des Getr\u00e4nks. Um 1606 sandte man die ersten Kisten japanischen Gr\u00fcntees in die Heimat. Ab 1610 wurde regelm\u00e4\u00dfig chinesischer Tee aus Fujian importiert. Anfangs wurde er in Apotheken als Medizin verkauft. Er blieb jedoch lange ein Luxusgetr\u00e4nk der Oberschicht. Durch die engen wirtschaftlichen und famili\u00e4ren Beziehungen zu Ostfriesland wurde der Tee im 19. Jahrhundert auch bei uns zum Volksgetr\u00e4nk.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Besucher erfahren vom kolonialen Leben in den Tropen, den Begegnungen der Niederl\u00e4nder mit der chinesischen Diaspora S\u00fcdostasiens sowie mit der geheimnisvollen javanischen Kultur und deren traditionellen K\u00fcnsten und Br\u00e4uchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gef\u00f6rdert wurde die Ausstellung durch die Sparkassenstiftung Aurich Norden, die Regionale Kulturf\u00f6rderung der Ostfriesischen Landschaft, die B\u00fcrgerstiftung Norden, den Freundeskreis sowie den F\u00f6rderkreis des Museums.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large wp-duotone-midnight-filter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"https:\/\/fresenspegel.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Batavia4-600x450.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1367\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Zur Sonderausstellung im Ostfriesischen Teemuseum wird der Workshop \u201eMitMachWerkstatt \u2013Sch\u00e4tze an Bord\u201c f\u00fcr Kinder und Jugendliche angeboten. Hierin geht es um die Seefahrer und H\u00e4ndler, die im 18. Jahrhundert in das weit entfernte Batavia reisten, um dort Handel zu treiben. An Bord hatten sie wertvolle Waren wie Tee, Porzellan oder Gew\u00fcrze. In einem interaktiven Rundgang durch die Ausstellung erfahren die Kinder, wie lang eine Schiffsreise von Westeuropa nach Batavia dauerte, welche Gefahren auf die Seeleute warteten und wie es ihnen auf den Schiffen ergangen ist. Im Anschluss gestaltet jedes Kind eine eigene Schatzkiste. Geeignet ist der 90-min\u00fctige Workshop f\u00fcr Kinder von sechs bis zw\u00f6lf Jahren und kostet 8 \u20ac inklusive Eintritt pro Person. Erwachsene haben die M\u00f6glichkeit an der 60-min\u00fctigen F\u00fchrung \u201eKostbarkeiten aus Fernost\u201c teilzunehmen. Hier wird den Fragen nachgegangen, welche Handelsg\u00fcter im 18. Jahrhundert in Europa beliebt waren und wer die lukrativen Gesch\u00e4fte abwickelte. Kosten 4 \u20ac zzgl. Eintritt pro Person. F\u00fcr Freunde des Tees wird zudem eine Verkostung chinesischer und japanischer Tees angeboten. Reiseberichte europ\u00e4ischer H\u00e4ndler und Seefahrer weisen darauf hin, dass sie in Batavia mit der asiatischen Teekultur in Kontakt kamen, wo sie die jahrhundertealten Teetraditionen aus China und Japan kennenlernten. Da die Teilnehmerzahl f\u00fcr alle Angebote begrenzt ist, wird eine Anmeldung empfohlen. Die Termine sind auf der Homepage des Museums unter <a href=\"https:\/\/teemuseum.de\/veranstaltungen\">https:\/\/teemuseum.de\/veranstaltungen<\/a> zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Katalog zur Ausstellung ist f\u00fcr 19,80 \u20ac im Museumsshop erh\u00e4ltlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sonderausstellung \u201eHandel in Batavia \u2013 Teekultur aus fernem Lande\u201c ist bis zum 31. Oktober im Ostfriesischen Teemuseum zu sehen. Das Museum ist t\u00e4glich von 10 bis 17 Uhr ge\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p>(\u00fcPm)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Handel in Batavia \u2013 Teekultur aus fernem Lande hei\u00dft die neue Sonderausstellung, die am vergangenen Freitag im Ostfriesischen Teemuseum Norden, Am Markt 36, er\u00f6ffnet wurde. Die neue Ausstellung beleuchtet das im 17. und 18. Jahrhundert entstandene globale maritime Handelssystem. Lukrative Gesch\u00e4fte mit exotischen G\u00fctern lockten die Europ\u00e4er in dieser Zeit nach Asien. 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