{"id":1115,"date":"2023-02-28T19:35:23","date_gmt":"2023-02-28T19:35:23","guid":{"rendered":"https:\/\/fresenspegel.de\/?p=1115"},"modified":"2023-02-28T19:35:23","modified_gmt":"2023-02-28T19:35:23","slug":"festakt-fuer-georg-murra-regner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fresenspegel.de\/?p=1115","title":{"rendered":"Festakt f\u00fcr Georg Murra-Regner"},"content":{"rendered":"\n<p>Die \u00dcbergabe des Bundesverdienstkreuzes durch Landrat Olaf Meinen an Georg Murra-Regner erfolgte am Montag den 27. Februar in Dornumergrode, wohin der Landrat Freunde des Geehrten und Lokalpolitik Dornums einlud. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir sprachen mit Georg Murra-Regner und erfuhren gleich den Handlungsstrang eines weiteren Buches des Autors, was bald erscheinen d\u00fcrfte. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/fresenspegel.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/A-Murar-Regner-230228-b.mp3\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\">Interview mit Georg Murra-Regner, Dornum, Hans-Joachim Steinsiek<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large wp-duotone-midnight-filter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"400\" src=\"https:\/\/fresenspegel.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/DSC_0873-ausschnitt-600x400.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1118\" srcset=\"https:\/\/fresenspegel.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/DSC_0873-ausschnitt-600x400.jpg 600w, https:\/\/fresenspegel.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/DSC_0873-ausschnitt-300x200.jpg 300w, https:\/\/fresenspegel.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/DSC_0873-ausschnitt-768x512.jpg 768w, https:\/\/fresenspegel.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/DSC_0873-ausschnitt-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/fresenspegel.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/DSC_0873-ausschnitt-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/fresenspegel.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/DSC_0873-ausschnitt-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/fresenspegel.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/DSC_0873-ausschnitt-1980x1320.jpg 1980w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Georg Murrar-Regner neben seiner Gattin Frau Margitta Regner, rechts im Bild Landrat Olaf Meinen, links Bm Uwe Tr\u00e4nnapp, bei Festakt am 27. 2. 23 in Dornumergrode. (Foto: copyright, Mathias Regner)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>zur Vita: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Murra-Regner, Georg<\/p>\n\n\n\n<p>geb. 15.12.1949 in Pilsum<\/p>\n\n\n\n<p>Anschrift: Schulweg 6, 26553 Dornum<\/p>\n\n\n\n<p>Schilderung der Verdienste:<\/p>\n\n\n\n<p>In den Achtziger Jahren war es das Bestreben von Georg Murra-Regner, der 1975 nach Dornum zog, wo seine zuk\u00fcnftige Ehefrau als Lehrerin arbeitete, und einigen engagierten B\u00fcrgern aus Dornum, das schon sehr verfallene Geb\u00e4ude, das als einziges von zw\u00f6lf Synagogen in Ostfriesland erhalten geblieben war, zu erhalten und als Gedenkst\u00e4tte einzurichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Aufbau von j\u00fcdischen Ausstellungen und der Einrichtung des Raschi-Hauses in Worms hatte er w\u00e4hrend seines Aufenthaltes in Frankfurt rege teilgenommen. Zudem hatte er j\u00fcdische F\u00fchrungen durch das ehemalige Wormser-Ghetto, \u00fcber den j\u00fcdischen Friedhof \u201eAm Heiligen-Sand\u201c und in Michelstadt, Odenwald, <a><\/a> mit durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 19. Februar 1990 kam es dann zur Gr\u00fcndung des F\u00f6rdervereins \u201eSynagoge Dornum\u201c, zu dessen Vorsitzenden er gew\u00e4hlt wurde. Dieses Amt f\u00fchrt er ununterbrochen bis heute aus. Er repr\u00e4sentiert den Verein und hat seine Arbeit der kleinen ehemaligen Synagoge und dem Kampf gegen den Antisemitismus gewidmet. Die meisten Mitglieder des Vereins wohnen weit entfernt von Ostfriesland und haben nicht die M\u00f6glichkeit, sich durch T\u00e4tigkeiten einzubringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 15. Dezember 1991 fand die \u00dcbergabe der 1841 erbauten und nun restaurierten Synagoge statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im M\u00e4rz 1992 wurde die erste Dauerausstellung in der Synagoge er\u00f6ffnet und in den folgenden Jahrzehnten immer wieder durch neue Exponate erg\u00e4nzt. Alle Ausstellungsst\u00fccke befinden sich im Privatbesitz von Georg Murra-Regner, die er unentgeltlich dem Verein leiht. Es ist somit die gr\u00f6\u00dfte j\u00fcdische Ausstellung weit \u00fcber Ostfriesland hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung dokumentiert die j\u00fcdische Geschichte und Kultur im Laufe von 350 Jahren und beschr\u00e4nkt sich nicht nur auf die Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Besonders werden die j\u00fcdische Religion und das Alltagsleben der Juden dargestellt. Zahlreiche Exponate widmen sich dem Leben von Mitgliedern der ehemaligen j\u00fcdischen Gemeinde Dornums bzw. Ostfrieslands.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 1992 haben mehr als 150.000 Besucher die ehemalige Synagoge besucht, was vor allem Georg Murra-Regner zu verdanken ist, der an jedem Wochenende und im Sommer auch an Wochentagen die Synagoge ge\u00f6ffnet hat; im Jahr verbringt er viele Stunden in dem Geb\u00e4ude. Die Besucher erhalten zahlreiche Informationen \u00fcber die Exponate und das j\u00fcdische Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich f\u00fchrt er die Besucher durch die Herrlichkeit Dornum und zu den St\u00e4tten der ehemaligen j\u00fcdischen Nachbarn, der Erl\u00f6s kommt allein dem Verein \u201eSynagoge Dornum\u201c f\u00fcr die Unterhaltung der Gedenkst\u00e4tte zugute.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch um die Pflege und Erhaltung des j\u00fcdischen Friedhofs ist er sehr bem\u00fcht, 1984 lie\u00df er auf eigene Kosten einige Grabsteine wiederaufrichten. Jahre sp\u00e4ter wurde unter seiner Mitarbeit der Friedhof neu eingez\u00e4unt und der Eingangsbereich neu gestaltet. &nbsp;Am Samstag und an j\u00fcdischen Feiertagen verschlie\u00dft er das Friedhofstor und \u00f6ffnet es nach den j\u00fcdischen Feiertagen wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Bedingt durch die Corona-Pandemie war die Synagoge zeitweise geschlossen und F\u00fchrungen fanden nur unter den gegebenen Bedingungen statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Georg Murra-Regner ist fast t\u00e4glich zu erreichen, schaut jeden Tag in der Synagoge nach, ob alles in Ordnung ist und k\u00fcmmert sich um die Handwerker bei Ausf\u00fchrung von Reparaturen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Laufe der Jahre organisierte er zahlreiche Ausstellungen, u.a. Werke des j\u00fcdischen Malers Ber Warzager, Graphiken von Judith Pins, Ricardo Fuhrmann, Hermann Struck, Max Liebermann, &nbsp;eine Ausstellung \u00fcber j\u00fcdische Friedh\u00f6fe, \u00fcber die Marranen \u201eTaufe oder Tod?\u201c, \u00fcber die Familie Cohen aus Dornum \u201eWer war Ari Cohen?\u201c sowie \u201eDie Familie Weinthal- das Schicksal einer j\u00fcdisch-ostfriesischen Familie\u201c, sowie die Familie Wolffs. Au\u00dferdem richtete er gemeinsam mit Almut Holler vom Verein \u201eSynagogenweg Norden\u201c eine gro\u00dfe Ausstellung im Rahmen des Festjahres \u201e1700 Jahre j\u00fcdisches Leben in Deutschland\u201c aus und hielt dazu Vortr\u00e4ge \u00fcber die Kabbala und Juden in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p>In den letzten Jahren wurde er mehrmals in verschiedenen St\u00e4dten zu Vortr\u00e4gen eingeladen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung \u201eDie Dornumer Synagoge brannte nicht\u201c ist zurzeit in der Synagoge zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem organisierte er mehrere j\u00fcdische Konzerte: \u201eJ\u00fcdische Liturgie\u201c mit K\u00fcnstlern aus Amsterdam, zwei Trios aus Wien mit jiddischer Musik und einem Chor aus Dortmund, der j\u00fcdische Lieder vortrug.<\/p>\n\n\n\n<p>Ferner hielt er zahlreiche Vortr\u00e4ge vor Schulklassen, kirchlichen Gruppen und Interessierten \u00fcber j\u00fcdisches Leben und Religion. Weiterhin hielt er Vortr\u00e4ge \u00fcber die Entstehung der Herrlichkeit Dornum, sowie \u00fcber die Sturmfluten an der ostfriesischen K\u00fcste, besonders von 1717.<\/p>\n\n\n\n<p>Er legt besonderen Wert darauf, dass ehemalige j\u00fcdische B\u00fcrger und Nachfahren Dornum bzw. Ostfriesland besuchen und kennenlernen. So war Dan Cohen aus Israel in Dornum, bis zu seinem Tod 2015, ein j\u00e4hrlich wiederkommender h\u00e4uslicher Gast. H\u00e4ufig kam auch Dr. Ernst Rose, Sohn des letzten Synagogenvorstehers Wilhelm Rose, 1931 in Dornum geboren, gest. 2013, mit seiner Mutter aus den USA, sowie auf Einladung von Murra-Regner Aviva Kleinman, Tochter von Hugo Abrahams aus Dornum, in Esens geboren, mit ihrer Familie aus Tel Aviv nach Dornum und Esens. &nbsp;Auch Enkel und Urenkel der Familie Wolffs aus S\u00fcdafrika waren auf den Spuren ihrer Vorfahren bei Murra-Regner in Dornum und besuchten die Synagoge, wo ihr Urgro\u00dfvater einst Synagogenvorsteher war, sowie den j\u00fcdischen Friedhof, auf dem noch die Gr\u00e4ber der Vorfahren zu finden sind. Immer wieder erh\u00e4lt er Besuch von ehemaligen j\u00fcdischen Familien aus Argentinien, die Aurich, Norden oder Esens, die St\u00e4dte ihrer Vorfahren, besuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Regelm\u00e4\u00dfig \u00f6ffnet Georg Murra-Regner am \u201eTag des offenen Denkmals\u201c ganzt\u00e4gig die T\u00fcren der Synagoge. Auch der Gedenktag zum Pogrom vom 9. November 1938 wird in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Dornu, auf dem Marktplatz am Mahnmal, das von Georg Murra-Regner initiiert wurde, gestaltet.<\/p>\n\n\n\n<p>Murra-Regner schrieb bisher 20 B\u00fccher \u00fcber j\u00fcdische Themen, die teilweise vom Verein \u201eSynagoge Dornum\u201c herausgegeben wurden, sowie weitere zehn B\u00fccher \u00fcber das Leben in Dornum und Ostfriesland, unter anderem \u00fcber &nbsp;die Hexenverfolgung \u201eEine Hexe sollst du nicht am Leben lassen und \u201e Zeit-Jahr- und Tage- Weiser\u201c des Harlingerlandes, deren Erl\u00f6s aus dem Verkauf ebenfalls vollst\u00e4ndig dem Verein zugutekommt. Sein letztes Buch \u201eManentes \u2013 Die Bleibenden\u201c erschien 2022. Murra-Regner beschreibt die Geschichte und das Leben der ostfriesischen Juden nicht losgel\u00f6st von der allgemeinen Geschichte und Entwicklung Ostfrieslands bzw. Deutschlands.<\/p>\n\n\n\n<p>In wenigen Wochen wird ein fertiggestelltes Manuskript \u00fcber die Familie Cohen, die nachweislich mehr als 250 Jahre in Neustadt G\u00f6dens an der \u201eschwarzen Brak\u201c und in der \u201eHerrlichkeit Dornum\u201c lebte, in Druck gehen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir w\u00fcnschen Georg Murrar-Regner weiterhin viel Erfolg und pers\u00f6nlich ihm und seiner Familie alles Gute!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>\u05d1\u05e8\u05d9\u05d0\u05d5\u05ea \u05d5\u05db\u05dc \u05d8\u05d5\u05d1. \u05e9\u05dc\u05d5\u05dd<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00dcbergabe des Bundesverdienstkreuzes durch Landrat Olaf Meinen an Georg Murra-Regner erfolgte am Montag den 27. Februar in Dornumergrode, wohin der Landrat Freunde des Geehrten und Lokalpolitik Dornums einlud. 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